Grunderwerbsteuer 2026: Höhe, Berechnung, Bundesländer | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Steuern & Kaufnebenkosten

Grunderwerbsteuer, einfach erklärt.

Eine einmalige Steuer beim Kauf einer Immobilie — zwischen 3,5 % und 6,5 % vom Kaufpreis, je nachdem, in welchem Bundesland Sie kaufen. Wer zahlt sie, wann wird sie fällig, und wie können Sie legal sparen?

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit9 Min.

Grunderwerbsteuer 2026: Höhe, Berechnung, Bundesländer

Was ist die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer ist eine sogenannte Verkehrsteuer: Sie wird immer dann erhoben, wenn ein Grundstück in Deutschland den Eigentümer wechselt — sei es durch Kauf, Tausch, Zwangsversteigerung oder Übertragung eines Erbbaurechts. Geregelt ist sie im Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), die Ausgestaltung — vor allem der Steuersatz — liegt seit der Föderalismusreform 2006 in der Hand der einzelnen Bundesländer.

Sie ist nicht zu verwechseln mit der jährlichen Grundsteuer, die jeder Eigentümer dauerhaft an die Gemeinde zahlt. Die Grunderwerbsteuer fällt nur einmal an: beim Eigentumswechsel.

Rechtsgrundlage: § 1 GrEStG definiert die steuerbaren Vorgänge, § 11 GrEStG legt den bundeseinheitlichen Mindestsatz von 3,5 % fest. Höhere Sätze sind Ländersache (Art. 105 Abs. 2a GG).

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer 2026?

Der Steuersatz wird auf den im Kaufvertrag genannten Kaufpreis angewandt. Hat der Verkäufer Ihnen also eine Immobilie für 450.000 Euro verkauft und das Bundesland erhebt 5 %, schreibt Ihnen das Finanzamt einen Bescheid über 22.500 Euro — pünktlich zum Notartermin oft das erste richtig große Kostenelement der Kaufnebenkosten.

Wählen Sie Ihr Bundesland im Rechner unten — der Wert wird live aktualisiert. Die Sätze sind Stand Mai 2026.

Rechner

Was kostet die Grunderwerbsteuer in Ihrem Bundesland?

Live · 16 Länder
50.000 €2.000.000 €
Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen · 6,5 %
29.250 €

Das ist der Betrag, den das Finanzamt nach Beurkundung in Rechnung stellt. Üblicherweise fällig 4–6 Wochen nach Erhalt des Bescheids — die Eigentumsumschreibung im Grundbuch erfolgt erst danach.

450.000 € × 6,5 % = 29.250 €
Ohne Gewähr · Stand Mai 2026 · Sätze laut Landesgesetz. Verwandte Begriffe im Lexikon →

Wer zahlt — Käufer oder Verkäufer?

Grundsätzlich sind nach § 13 GrEStG beide Vertragsparteien Steuerschuldner — gegenüber dem Finanzamt haften sie als Gesamtschuldner. Wer im Innenverhältnis zahlt, ist allerdings im Kaufvertrag frei vereinbar. In der Praxis übernimmt fast immer der Käufer die volle Last: So steht es in praktisch jedem Notar-Mustervertrag, und so geht es in die Kalkulation der Kaufnebenkosten ein.

Bei einem Privatverkauf ohne Makler können Sie diese Klausel selbstverständlich auch anders verhandeln — etwa bei einem schwer verkäuflichen Objekt, bei dem der Verkäufer die Steuer übernimmt, um den Effektivpreis zu drücken.

Wie viel sind die gesamten Kaufnebenkosten?

Die Grunderwerbsteuer ist nur ein Posten unter mehreren. Hinzu kommen Notar­kosten (rund 1,5 %), Grundbuch­kosten (rund 0,5 %) und — wenn ein Makler eingeschaltet ist — die Maklerprovision (3,57 % für den Käufer in den meisten Bundesländern, durch das Bestellerprinzip hälftig geteilt).

Insgesamt landen Sie bei 9–12 % Kaufnebenkosten auf den Kaufpreis. Verkaufen Sie privat — also ohne Makler — sparen sich beide Seiten den größten Brocken davon. Schalten Sie den Toggle, um den Unterschied zu sehen.

Kaufnebenkosten im Vergleich

Bei einem Kaufpreis von 450.000 €

59.490 € 13,2 % vom Kaufpreis
6,5 %
1,5 %
0,5 %
3,57 %
Grunderwerbsteuer29.250 €6,5 % · vom Land
Notar6.750 €~1,5 % · GNotKG
Grundbuch2.250 €~0,5 % · Eintragung
Maklerprovision16.065 €3,57 % · Käufer-Anteil
Mit Makler. Ausschalten, um den privaten Direktverkauf zu simulieren.

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Der Notar meldet die Beurkundung des Kaufvertrags innerhalb von zwei Wochen an das zuständige Finanzamt. Dieses prüft den Vorgang und erlässt einen Grunderwerbsteuerbescheid — meist binnen vier bis sechs Wochen. Ab Bekanntgabe des Bescheids haben Sie einen Monat Zeit, die Steuer zu zahlen.

Erst nach Eingang stellt das Finanzamt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus — und ohne diese darf das Grundbuchamt Sie nicht als neuen Eigentümer eintragen. Die Steuer ist damit faktisch die Eintrittskarte zum Grundbuch.

Lässt sich Grunderwerbsteuer legal sparen?

Reduzieren — ja. Vermeiden — nur in wenigen, klar geregelten Fällen. Drei Ansätze, die in der Praxis funktionieren:

Finger weg von kreativen Konstruktionen mit „Share Deals" oder verschachtelten Gesellschaftsstrukturen — der Gesetzgeber hat 2021 die einschlägigen Schlupflöcher mit dem Grunderwerbsteuerreformgesetz weitestgehend geschlossen. Was bleibt, sind die drei sauberen Hebel oben.

Aufgepasst beim Inventar. Was Sie als bewegliches Zubehör abziehen, können Sie nicht gleichzeitig mit­finanzieren — Banken bewerten nur die Immobilie selbst. Sprechen Sie das vor der Finanzierungszusage mit Ihrer Bank ab.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Käufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen aus unseren Beratungsgesprächen zur Grunderwerbsteuer — kompakt beantwortet.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Bayern?

Bayern erhebt mit 3,5 % den bundesweit niedrigsten Satz — gemeinsam mit Sachsen. Bei einem Kaufpreis von 450.000 € sind das 15.750 €.

Ist die Grunderwerbsteuer absetzbar?

Bei einer selbstgenutzten Immobilie: Nein. Bei einer vermieteten Kapitalanlage: Ja — sie ist Teil der Anschaffungs­kosten und fließt über die AfA über 50 Jahre in die Steuererklärung ein. Sprechen Sie das mit Ihrem Steuerberater ab.

Was passiert, wenn ich die Grunderwerbsteuer nicht zahle?

Ohne Zahlung keine Unbedenklichkeits­bescheinigung — und ohne diese keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Sie bleiben rechtlich also nicht Eigentümer. Das Finanzamt mahnt ab dem fälligen Datum und kann Säumniszuschläge sowie Vollstreckungs­maßnahmen einleiten.

Fällt Grunderwerbsteuer auch bei Erbschaft oder Schenkung an?

Nein — Erbschaften und Schenkungen unter Verwandten in gerader Linie sowie zwischen Ehegatten sind nach § 3 GrEStG von der Grunderwerb­steuer befreit. Allerdings fällt dann Erbschaft- oder Schenkung­steuer an — mit eigenen Freibeträgen.

Gibt es einen Freibetrag für Erstkäufer?

Aktuell auf Bundesebene nein. Einzelne Bundesländer diskutieren Freibeträge für selbstgenutztes Wohneigentum (zuletzt NRW und SH), beschlossen ist Stand Mai 2026 jedoch keine Regelung. Bauland-Förderprogramme der KfW können die Belastung indirekt abfedern.

Was zählt zur Bemessungs­grundlage — wirklich nur der Kaufpreis?

Alle Gegenleistungen des Käufers fließen ein: also auch übernommene Belastungen, Erbbau­zinsen, vorausbezahlte Mieten oder eine Leibrente an den Verkäufer. Bewegliches Inventar ist nicht Teil der Bemessungs­grundlage — wenn es im Vertrag separat ausgewiesen ist.

Verkaufen Sie, statt zu kaufen — sparen Sie sich den Makler.

Mit DOERTER. bringen Sie Ihre Immobilie selbst an den Markt. Inserate, Vertragsmuster, Notar­anbindung — alles inklusive. Die 3,57 % Käufer­provision werden so zu Ihrem Verhandlungs­spielraum.