Flurkarte / Liegenschaftskarte 2026: Inhalt, Anforderung, Kosten | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Grundstück & Vermessung

Flurkarte / Liegenschaftskarte, einfach erklärt.

Die Liegenschaftskarte (umgangssprachlich Flurkarte) ist die amtliche Karte mit allen Grundstücksgrenzen, Flurstücksnummern und Gebäuden. Sie ist zentraler Bestandteil der Notarvertrags-Unterlagen und beim Hausverkauf praktisch immer erforderlich.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Flurkarte / Liegenschaftskarte 2026: Was Sie wissen müssen

Was ist die Flurkarte?

Die Flurkarte (heute meist Liegenschaftskarte) ist die amtliche Karte des Liegenschaftskatasters. Sie ist die zentrale Dokumentationsquelle für Grundstücksgrenzen in Deutschland.

Rechtliche Stellung

Das Liegenschaftskataster ist nach den Vermessungsgesetzen der Bundesländer geregelt. Es ist:

ALKIS-System

Seit ca. 2008 wurden die analogen Flurkarten in das digitale System ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem) überführt. Vorteile:

Inhalt im Detail

Standardinhalte einer Liegenschaftskarte

Erweiterte Inhalte (auf Anfrage)

Was steht NICHT in der Flurkarte

Anforderung beim Katasteramt

Online-Auszüge (heute Standard)

Fast alle Bundesländer bieten Online-Geoportale für den Sofort-Abruf:

Vorteile: 24/7 verfügbar, Sofort-PDF, niedrigere Kosten.

Postalisch / persönlich

Über Notar oder Vermessungsbüro

Beim Hauskauf besorgt sich der Notar oft selbst die Flurkarte über sein Behörden-Netzwerk. Vermessungsingenieure können ebenfalls amtliche Auszüge beziehen.

Kosten 2026

Standard-Auszüge

VarianteKosten
Online-Auszug (digital, PDF)10-30 €
Einfacher amtlicher Auszug (Papier)15-50 €
Beglaubigter Auszug30-80 €
Mit Topographie / Sonderinhalten50-150 €
Selbst-Einsicht über BORIS (kostenfrei, ohne Bestätigung)0 €

Wer zahlt?

Üblicherweise der Antragsteller — beim Hausverkauf trägt das oft der Käufer, manchmal der Verkäufer im Vorfeld als Verkaufs-Vorbereitung. Im Notarvertrag wird das mitgeregelt.

Grenzfeststellung & Vermessung

Wann ist eine Vermessung nötig?

Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖbVI)

Nur ein ÖbVI darf amtliche Vermessungen durchführen — er ist staatlich beliehen. Seine Vermessungs-Ergebnisse werden vom Katasteramt direkt übernommen.

Ablauf einer Grenzfeststellung

  1. Auftrag an ÖbVI
  2. Recherche der Katasterdaten
  3. Vor-Ort-Termin (Grenzfeststellungs-Termin) — alle Nachbarn anwesend
  4. Einmessung der Grenzpunkte
  5. Setzen von Grenzsteinen (oder GPS-Markierungen)
  6. Protokollunterschrift aller Beteiligten
  7. Übermittlung an Katasteramt
  8. Eintragung im ALKIS

Kosten Grenzfeststellung

Bedeutung beim Verkauf

Pflichtanlage Notarvertrag

Die Liegenschaftskarte ist Pflichtbestandteil beim Notarvertrag — der Notar verlangt einen aktuellen Auszug, um:

Was Käufer prüfen

Häufige Stolperfallen

Vorbereitung für den Verkauf

Im Exposé wertvoll

Eine Karte oder ein Lageplan im Exposé schafft Klarheit:

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Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

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500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Flurkarte / Liegenschaftskarte" — kompakt beantwortet.

Was ist die Flurkarte?

Eine amtliche, maßstabsgerechte Karte des Liegenschaftskatasters. Sie zeigt: Grundstücksgrenzen, Flurstücksnummern, Gebäude, Nutzungsarten (Acker, Wald, Verkehr, Wohnbau), topografische Elemente. Wird vom Katasteramt erstellt und gepflegt. Heute meist digital im ALKIS-Format (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem). Die Bezeichnung Liegenschaftskarte ist heute der offizielle Begriff — „Flurkarte“ ist die historische Bezeichnung.

Wo bekomme ich die Flurkarte her?

Beim Katasteramt (Vermessungsamt) der Gemeinde oder des Landkreises — heute meist online im Geoportal des Bundeslandes verfügbar (z.B. BayernAtlas, TIM-online NRW, GeoportalBW). Auch über das Grundbuchamt oder den Notar erhältlich. Bearbeitungszeit: bei Online-Abruf sofort, beim Amt 1-3 Wochen. Berechtigung: Eigentümer und sein Bevollmächtigter — bei Kaufinteresse mit Vollmacht des Eigentümers.

Was kostet eine Flurkarte?

Kostenrahmen: 15-50 € für einen einfachen amtlichen Auszug. Online-Auszüge über Geoportale: oft 10-30 €. Bei amtlich beglaubigter Ausfertigung (für Notar): 30-80 €. Bei vergrößerten Maßstäben oder Spezial-Inhalten (z.B. mit Topographie): 50-150 €. Selbst kostenlos einsehbar: BORIS-Portale der Bundesländer und Online-Geoportale — aber ohne amtliche Bestätigung.

Wofür brauche ich die Flurkarte?

Hauptanwendungen: (1) Notarvertrag: Pflichtanlage bei Immobilienkauf. (2) Bauantrag: amtlicher Lageplan ist Pflicht. (3) Grundstücksteilung: Vermessung und Eintragung. (4) Streitfälle: Grenzfragen, Wegerechte, Überbau. (5) Versicherung: bei Schadensfällen oft hilfreich. (6) Verkauf: dem Käufer Klarheit geben über Lage, Größe, Form des Grundstücks.

Was tun bei unklaren Grundstücksgrenzen?

Bei Unklarheiten: Grenzfeststellung durch öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVI). Dieser misst die Grenzen vor Ort ein und stellt einen amtlichen Grenztermin her. Anwesenheit der Nachbarn nötig — sie unterzeichnen das Protokoll. Kosten: 500-2.500 € für ein EFH-Grundstück, je nach Grenzlänge und Aufwand. Bei nachträglicher Korrektur: Eintragung im Liegenschaftskataster.

Aktualität der Flurkarte?

Liegenschaftskarten werden laufend aktualisiert — aber Aktualisierungs-Zeit kann Monate bis Jahre betragen. Neue Bauten, Abrisse, Teilungen sind manchmal noch nicht eingetragen. Beim Verkauf wichtig: aktuellen Auszug (max. 6 Monate alt) verwenden, ggf. Bestandsplan mit aktueller Bebauung beifügen. Bei sehr alten Auszügen kann das Grundbuchamt einen neuen verlangen.

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