Maklerprovision 2026: Höhe, Bestellerprinzip, Rechner | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Verkauf & Vermarktung

Maklerprovision & Courtage.

Seit dem Bestellerprinzip 2020: 3,57 Prozent je Seite — Käufer und Verkäufer teilen sich die Maklerkosten. Wann sie fällig wird, ob man sie verhandeln kann, und was ein Privatverkauf einspart.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit8 Min.

Maklerprovision 2026: Höhe, Bestellerprinzip, Rechner

Was ist die Maklerprovision?

Die Maklerprovision — auch Courtage oder Maklergebühr genannt — ist die Vergütung, die ein Makler für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie erhält. Sie ist ein Erfolgshonorar: kein Kaufvertrag, keine Provision. Geregelt ist sie nicht durch das BGB, sondern entsteht erst durch einen Maklervertrag — und ist rechtlich bei Wohnimmobilien an die Vorschriften des § 656a–656d BGB sowie an die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) gebunden.

In der Praxis wird die Provision auf den Kaufpreis berechnet — typischerweise 7,14 Prozent gesamt, also 3,57 Prozent für jede Seite (Käufer und Verkäufer), jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die effektive Maklergebühr beträgt also 6 Prozent netto vom Kaufpreis.

Bestellerprinzip seit Dezember 2020

Eine der wichtigsten Reformen der letzten Jahre: Seit dem 23. Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip auch bei Immobilienkäufen (§ 656c BGB). Davor war es üblich, dass der Käufer die volle Provision trug — obwohl der Verkäufer den Makler bestellt hatte. Jetzt gilt:

In der Praxis hat sich seither die hälftige Teilung bei Wohnimmobilien durchgesetzt: 3,57 Prozent je Seite. Manche Makler verlangen niedrigere Sätze (5,95 oder 4,76 Prozent gesamt), das ist Sache der Vertragsverhandlung mit dem Verkäufer.

Wie hoch ist die Maklerprovision in den Bundesländern?

Die Sätze haben sich regional eingespielt. Stand Mai 2026 — die häufigsten Werte:

Diese Sätze sind nicht gesetzlich vorgeschrieben — sie sind ortsüblich. Das heißt: Sie können verhandeln (siehe weiter unten), Makler müssen auch unter dem ortsüblichen Niveau zustimmen, wenn das Geschäft attraktiv genug ist.

Rechner

Wie viel kostet der Makler?

Live · § 656c BGB
50.000 €2.000.000 €
Provision gesamt 3,57 % je Seite
32.130 €

Aufschlüsselung: Verkäuferanteil + Käuferanteil jeweils inklusive 19 % MwSt. Beim Privatverkauf entfällt die Provision komplett.

450.000 € × 7,14 % = 32.130 €
Verkäufer: 16.065 €  ·  Käufer: 16.065 €
Ohne Gewähr · Sätze inkl. 19 % MwSt. · Verhandlungsspielraum nicht berücksichtigt. Bestellerprinzip im Detail →

Wann ist die Provision fällig — und wann nicht?

Das Provisionsrecht hat klare Regeln:

Praxis-Tipp: Wer einen Maklervertrag unterzeichnet, sollte die Klausel zur Provisionsfälligkeit genau lesen. Manche Verträge enthalten Vorauszahlungs- oder Aufwandsentschädigungs-Klauseln, die auch ohne erfolgreichen Verkauf greifen.

Provision verhandeln — wann es geht

Die Maklerprovision ist nicht gesetzlich festgelegt. Verhandeln ist also möglich — die Frage ist nur, wann Makler nachgeben:

Beispiel: Bei 450.000 Euro Kaufpreis spart eine reduzierte Provision von 6,55 % statt 7,14 % bereits 2.655 Euro für den Verkäufer.

Alternative: Privatverkauf ohne Makler

Die radikalste Form der Ersparnis: komplett auf den Makler verzichten. Beim Privatverkauf entfällt die Provision in voller Höhe — beide Seiten sparen je 3,57 Prozent.

Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro entspricht das insgesamt 32.130 Euro Ersparnis. Diese Summe fließt in Form von Verhandlungsspielraum direkt in die Transaktion: Der Verkäufer kann etwas mehr halten, der Käufer etwas mehr Eigenkapital für die Tilgung einbringen.

Voraussetzung: Sie übernehmen selbst, was sonst der Makler tut — Bewertung, Exposé, Vermarktung, Besichtigungstermine, Verhandlung, Notar-Koordination. Wer das in Eigenregie machen will, braucht Zeit (typischerweise 60 bis 120 Stunden über drei Monate). Eine moderne Alternative sind Festpreis-Anbieter, die diese Aufgaben für eine planbare Pauschale übernehmen — typisch 1.000 bis 4.000 Euro statt prozentualer Provision.

Mehr zur Strategie und zu den Komponenten der Kaufnebenkosten in den entsprechenden Lexikoneinträgen.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Käufer und Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zur Maklerprovision — kompakt beantwortet.

Wie hoch ist die Maklerprovision 2026?

Standard sind 7,14 Prozent Gesamtprovision inklusive MwSt. — also 3,57 Prozent je Seite bei hälftiger Teilung nach Bestellerprinzip. In einigen Bundesländern (Bremen, Hessen, Niedersachsen) ist auch 5,95 Prozent oder weniger üblich.

Was ist das Bestellerprinzip bei Immobilien?

Seit 23. Dezember 2020 gilt nach § 656c BGB bei Wohnimmobilien (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung): Wer den Makler bestellt, zahlt mindestens die Hälfte. In der Praxis wird die Provision hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Wann ist die Maklerprovision fällig?

Mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags. Der Makler hat dann den Anspruch erworben, in der Regel zahlbar binnen 14 Tagen nach Vertragsschluss. Bei Rücktritt vom Kaufvertrag entfällt die Provision in der Regel rückwirkend.

Kann ich die Maklerprovision verhandeln?

Ja. Die Provisionshöhe ist nicht gesetzlich geregelt — nur Obergrenzen aus dem ortsüblichen Niveau und der MaBV. In hart umkämpften Märkten oder bei besonders teuren Objekten lassen sich Nachlässe von 0,5 bis 1,5 Prozentpunkten erzielen.

Was passiert, wenn ich ohne Makler verkaufe?

Bei einem Privatverkauf entfällt die Maklerprovision komplett — beide Seiten sparen je 3,57 Prozent. Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro entspricht das 32.130 Euro Gesamtersparnis. Voraussetzung: Sie organisieren Bewertung, Exposé, Vermarktung und Verhandlung selbst — oder nutzen eine Festpreis-Alternative.

Wer zahlt die Provision bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbe?

Das Bestellerprinzip gilt nur für Wohnimmobilien (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung). Bei Mehrfamilienhäusern, Anlageobjekten und Gewerbeimmobilien ist die Aufteilung frei verhandelbar — meist trägt der Käufer die volle Provision.

Sparen Sie die 3,57 % Maklerprovision.

Mit DOERTER. verkaufen Sie selbst — wir liefern Bewertung, Exposé, Anfragenmanagement und Notar-Anbindung als Festpreis. Die 32.000 Euro Provision bleiben in Ihrer Verhandlung.