Annuitätendarlehen 2026: Funktionsweise, Rechner, Beispiele | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Finanzierung

Annuitätendarlehen, einfach erklärt.

Die klassische Immobilienfinanzierung mit gleichbleibender Monatsrate. Der Zinsanteil sinkt mit jeder Rate, die Tilgung steigt — die Restschuld schmilzt mit jedem Monat schneller. Wie das funktioniert und welche Hebel Sie haben.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit8 Min.

Annuitätendarlehen 2026: Funktionsweise, Rechner, Beispiele

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Das Annuitätendarlehen ist die Standardform der Immobilienfinanzierung in Deutschland — über 90 Prozent aller privaten Immobilienkredite laufen darüber. Der Name kommt vom lateinischen annuitas (Jahresleistung): Die gleichbleibende Rate, die der Darlehensnehmer Monat für Monat zahlt.

Die Annuität setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

Über die gesamte Zinsbindung bleibt die monatliche Belastung also planbar konstant — ideal für die Haushaltskasse. Mit Ablauf der Zinsbindung wird neu verhandelt: Anschlussfinanzierung zu dann gültigen Marktkonditionen.

Wie die Rate funktioniert

Die monatliche Rate ergibt sich aus drei Größen:

Die Formel ist einfach: Rate = Darlehen × (Sollzins + Tilgungssatz) / 12.

Beispiel: 300.000 Euro Darlehen, 4 % Sollzins, 2 % anfängliche Tilgung. Rate = 300.000 × 6 % / 12 = 1.500 Euro pro Monat.

Im ersten Monat besteht diese Rate aus 1.000 Euro Zinsen (300.000 × 4 % / 12) und 500 Euro Tilgung. Im letzten Monat — fast 30 Jahre später — ist es umgekehrt: fast die volle Rate fließt in die Tilgung, nur ein kleiner Rest in den Zins. Der Vorgang heißt Tilgungsbeschleunigung.

Rechner

Wie hoch wäre Ihre Monatsrate?

Live · klassische Formel
50.000 €1.500.000 €
%
0,5 %8 %
Monatsrate ~30 Jahre Laufzeit
1.500 €

Berechnet aus Darlehen × (Sollzins + Tilgung) / 12. Über die Zinsbindung konstant. Laufzeit bis Vollständige Rückzahlung: ~30 Jahre. Annahme: konstanter Zins, keine Sondertilgungen.

300.000 € × (4,0 % + 2 %) / 12 = 1.500 €
Zinsanteil 1. Monat: 1.000 € · Tilgung: 500 €
Ohne Gewähr · Tatsächliche Konditionen abhängig von Bonität, Eigenkapital, Beleihungsauslauf. Mehr zur Tilgung →

Welcher Tilgungssatz ist sinnvoll?

Die Wahl des anfänglichen Tilgungssatzes entscheidet über die Laufzeit und die Gesamtkosten:

Faustregel: Je früher Sie schuldenfrei sein wollen, desto höher die Tilgung. Wer mit 40 Jahren kauft und mit 65 Jahren ohne Restschuld in den Ruhestand will, sollte mindestens 3 % Tilgung wählen.

Zinsbindung und Anschlussfinanzierung

Der vereinbarte Sollzins gilt nicht für die gesamte Laufzeit, sondern nur für die Zinsbindung — typisch 10, 15 oder 20 Jahre. Während dieser Zeit bleibt die Rate konstant.

Nach Ablauf der Zinsbindung gibt es zwei Optionen:

In Niedrigzinsphasen abgeschlossene Darlehen werden bei der Anschlussfinanzierung meist deutlich teurer. Wer 2020 zu 1 % Zins finanziert hat, zahlt 2030 vielleicht 4 % — die Rate verdoppelt sich nahezu, wenn die Tilgung gleich bleibt. Frühzeitig vergleichen.

Sondertilgung als Hebel

Praktisch alle Annuitätendarlehen erlauben jährliche Sondertilgungen — meist 5 oder 10 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme, kostenlos. Diese werden direkt von der Restschuld abgezogen und beschleunigen die Tilgung erheblich.

Beispiel: 300.000 Euro Darlehen, 4 % Zins, 2 % Tilgung. Mit jährlich 5.000 Euro Sondertilgung reduziert sich die Laufzeit von 30 auf 22 Jahre — und Sie sparen rund 50.000 Euro Zinsen.

Wer Weihnachtsgeld, Bonuszahlungen oder Erbschaft erhält, sollte das fast immer in Sondertilgungen stecken statt aufs Sparkonto zu legen — bei 4 % Sollzins ist das mathematisch immer besser als jede Sparform.

Alternativen zum Annuitätendarlehen

Andere Darlehensformen für spezielle Situationen:

Für die meisten privaten Immobilienkäufer ist das Annuitätendarlehen die beste Wahl — Planbarkeit und Standardisierung überwiegen die kleinen Optimierungsvorteile der Alternativen.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Käufer und Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zum Annuitätendarlehen — kompakt beantwortet.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Ein Darlehen mit konstanter Monatsrate (Annuität) aus Zins und Tilgung. Während der gesamten Zinsbindung bleibt die Rate gleich — der Zinsanteil sinkt mit jeder Zahlung, die Tilgung steigt entsprechend. Die typische Form der Immobilienfinanzierung in Deutschland.

Wie wird die monatliche Rate berechnet?

Aus Darlehenshöhe, Sollzins und anfänglichem Tilgungssatz. Formel: Rate = Darlehen × (Zins + Tilgung) / 12. Bei 300.000 Euro, 4 % Zins und 2 % Tilgung: 300.000 × 6 % / 12 = 1.500 Euro/Monat.

Welcher anfängliche Tilgungssatz ist empfehlenswert?

Stand 2026 mindestens 2 Prozent, besser 3 oder 4 Prozent. Bei niedriger Tilgung läuft das Darlehen länger und kostet insgesamt mehr Zinsen. Bei 1 % Tilgung und 4 % Zinsen dauert die volle Rückzahlung über 50 Jahre — meist länger als die geplante Nutzung der Immobilie.

Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?

Die Bank macht ein Anschluss-Angebot zum aktuellen Marktzins. Wer wechseln will, kann eine Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank abschließen. Die noch nicht getilgte Restschuld wird mit neuem Zinssatz weiter abgezahlt.

Kann ich beim Annuitätendarlehen Sondertilgungen leisten?

Die meisten Verträge erlauben jährliche Sondertilgungen von 5 oder 10 Prozent der Darlehenssumme — kostenlos. Diese werden direkt von der Restschuld abgezogen und verkürzen die Laufzeit. Bei höheren Sondertilgungen oder vorzeitiger Komplettrückzahlung fällt Vorfälligkeitsentschädigung an.

Wie wirkt sich der Zinssatz auf die Gesamtkosten aus?

Bei 300.000 Euro Darlehen und 2 % anfänglicher Tilgung: Bei 3 % Zins zahlen Sie über 30 Jahre rund 161.000 Euro Zinsen. Bei 4 % Zins steigt das auf 217.000 Euro — 56.000 Euro Differenz nur durch den Zinssatz.

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