Notar & Notarkosten 2026: Aufgaben, Gebühren, Rechner | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Kaufnebenkosten

Notar & Notarkosten, einfach erklärt.

Rund 1,5 % vom Kaufpreis für den Notar und 0,5 % fürs Grundbuch — das sind 2 % vom Kaufpreis als feste Größe in der Kalkulation. Wer macht was, wer zahlt, wie wird gerechnet?

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit8 Min.

Notar & Notarkosten 2026: Aufgaben, Gebühren, Rechner

Aufgaben des Notars beim Immobilienverkauf

In Deutschland ist der Notar bei jedem Immobiliengeschäft gesetzlich vorgeschrieben (§ 311b BGB). Ohne notarielle Beurkundung ist ein Kaufvertrag über Grundstücke oder Immobilien nichtig — egal wie sauber alle anderen Dokumente sind. Diese Pflicht schützt beide Seiten vor übereilten Entscheidungen und stellt sicher, dass der Rechtsübergang ordnungsgemäß dokumentiert wird.

Der Notar übernimmt fünf Kern-Aufgaben:

Wichtig: Der Notar ist neutral. Er vertritt weder Käufer noch Verkäufer, sondern wahrt die Interessen beider Seiten gleichermaßen. Eine Rechtsberatung im klassischen Sinne ist es nicht — wer komplexe Verhandlungen vorhat, sollte zusätzlich einen Anwalt einschalten.

Wie hoch sind die Notarkosten 2026?

Notarkosten sind bundesweit gesetzlich geregelt im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Jeder Notar in Deutschland rechnet identisch ab — Verhandeln über Preise ist nicht möglich. Die Höhe richtet sich nach dem Geschäftswert (in der Regel dem Kaufpreis) und einer Gebührentabelle.

Als Faustregel für die Praxis:

Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro sind das also rund 9.000 Euro. Bei einer Immobilie ohne Bankfinanzierung (Käufer zahlt cash) reduzieren sich die Notarkosten auf etwa 1,0 % und die Grundbuchkosten auf etwa 0,3 %, da die Grundschuldbestellung entfällt.

Probieren Sie den Rechner unten — er zeigt Ihnen die Notar- und Grundbuchkosten in Ihrer konkreten Kaufpreis-Spanne.

Rechner

Was kostet der Notar bei Ihrem Kaufpreis?

Live · GNotKG
50.000 €2.000.000 €
Notar + Grundbuch gesamt ~2,0 % vom Kaufpreis
9.000 €

Aufschlüsselung: Notar ca. 1,5 % (Beurkundung, Vollzug, Grundschuldbestellung) plus Grundbuch ca. 0,5 % (Eigentumsumschreibung). Werte gerundet, Stand Mai 2026.

450.000 € × 2,0 % = 9.000 €
~6.750 € Notar  +  ~2.250 € Grundbuch
Ohne Gewähr · Faustformel · Tatsächliche Höhe nach GNotKG-Tabelle B. Alle Kaufnebenkosten →

Wer zahlt was — Käufer oder Verkäufer?

In Deutschland gilt eine klare Konvention, die in praktisch jedem Notar-Mustervertrag steht: Der Käufer trägt die Notarkosten. Hintergrund: Der Notar wird primär für den Käufer tätig, der das Eigentum erwirbt und sich gegen Risiken absichern muss.

Eine wichtige Ausnahme: Die Kosten der Lastenfreistellung trägt der Verkäufer. Das umfasst die Löschungsbewilligung der eigenen Bank und die Notargebühr für die Löschung der alten Grundschuld — typischerweise 200 bis 800 Euro, je nach Grundschuldhöhe.

Theoretisch ist die Verteilung im Kaufvertrag frei verhandelbar. In der Praxis macht es selten Sinn, davon abzuweichen.

Notaranderkonto — das Treuhandkonto

Das Notaranderkonto ist ein Treuhandkonto, über das der Kaufpreis fließt. Der Käufer überweist den vollen Betrag dorthin, der Notar verteilt:

Vorteil: Der Käufer zahlt erst, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. Der Verkäufer bekommt sein Geld auch dann, wenn die Eigentumsumschreibung noch Monate dauert. Nutzung kostet zusätzlich 100 bis 300 Euro, ist aber bei Verkäufen mit laufender Finanzierung Standard.

Ablauf des Notartermins

Der eigentliche Beurkundungstermin dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Sechs Schritte:

  1. Identitätsprüfung aller Anwesenden mit Personalausweis.
  2. Vorlesen des Vertrags in voller Länge — Pflicht nach Beurkundungsgesetz.
  3. Belehrung über alle Klauseln, Risiken und Konsequenzen.
  4. Fragen und Klärung — beide Parteien können Anpassungen verlangen.
  5. Unterschrift auf jeder Seite des Vertrags durch beide Parteien und den Notar.
  6. Übergabe der Urkunden-Kopien, Beglaubigungen, weitere Vereinbarungen.

Der Vertrag tritt mit der letzten Unterschrift in Kraft. Die operative Abwicklung (Lastenfreistellung, Kaufpreiszahlung, Eigentumsumschreibung) startet danach und dauert typischerweise 8 bis 16 Wochen.

Wo Sie Notarkosten reduzieren können

Da die Gebühren gesetzlich festgelegt sind, gibt es kaum legalen Spielraum. Drei kleine Hebel:

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer und Käufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen rund um Notarkosten und Notartermin — kompakt beantwortet.

Wer zahlt den Notar beim Hausverkauf?

In der Praxis fast immer der Käufer — so steht es in jedem Standard-Kaufvertrag. Die Grundschuldbestellung zahlt der Käufer (für seine Finanzierung), die Lastenfreistellung der Verkäufer (für die Löschung alter Belastungen).

Wie hoch sind die Notarkosten 2026?

Faustregel: rund 1,5 % vom Kaufpreis für den Notar plus 0,5 % fürs Grundbuch. Bei einer Immobilie für 450.000 Euro entspricht das etwa 9.000 Euro Gesamtkosten. Die Sätze sind durch das GNotKG bundesweit einheitlich geregelt.

Kann ich den Notar selbst wählen?

Ja — der Notar wird einvernehmlich zwischen Käufer und Verkäufer bestimmt. Üblich ist, dass die zahlende Partei (Käufer) den Notar vorschlägt. Wer einen Notar in Wohnortnähe wünscht, kann das verhandeln.

Was passiert auf einem Notaranderkonto?

Das Notaranderkonto ist ein Treuhandkonto. Der Käufer überweist den Kaufpreis dorthin, der Notar verteilt: Restschuld an die Bank des Verkäufers, Verkaufserlös an den Verkäufer, Steuerbeträge ans Finanzamt. Nutzung ist optional, aber bei komplexen Verkäufen Standard.

Sind Notarkosten verhandelbar?

Nein. Die Gebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundeseinheitlich festgelegt. Jeder Notar in Deutschland rechnet identisch ab. Was variiert: Zusatzleistungen wie Beratung außerhalb der Beurkundung oder das Anderkonto.

Sind Notarkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbstgenutzten Immobilien nein. Bei vermieteten Kapitalanlagen ja — sie sind Teil der Anschaffungskosten und werden über die Gebäude-AfA über 50 Jahre abgeschrieben. Konsultieren Sie Ihren Steuerberater.

Verkaufen Sie privat — wir koordinieren den Notar.

Wir wählen den passenden Notar, prüfen den Vertragsentwurf und begleiten Sie zum Beurkundungstermin — damit am Ende alles unterschrieben ist und Ihre Auszahlung gesichert.