Eigenkapital beim Immobilienkauf 2026: Wie viel ist nötig? | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Finanzierung

Eigenkapital beim Immobilienkauf.

Wie viel müssen Sie selbst einbringen? Klassische Faustregel: 20 bis 25 Prozent vom Kaufpreis plus Nebenkosten. Was alles als Eigenkapital zählt und welche Konsequenzen die Quote für Ihren Kreditzins hat.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit6 Min.

Eigenkapital beim Immobilienkauf 2026: Wie viel ist nötig?

Wie viel Eigenkapital braucht es 2026?

Die klassische Faustregel: 20 bis 25 Prozent vom Kaufpreis plus die Kaufnebenkosten. Bei einer Immobilie für 450.000 Euro entspricht das rund 100.000 Euro für die Eigenkapitalquote plus weitere 40.000 bis 55.000 Euro für die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler).

In Summe: ~135.000 Euro Eigenkapital für eine 450.000-Euro-Immobilie. Diese Größenordnung ist nicht zufällig — sie entspricht dem, was die meisten Banken für Standard-Zinskonditionen verlangen.

Sinkt das Eigenkapital, steigt der Zinsaufschlag — und damit die Gesamtkosten Ihrer Finanzierung erheblich. Die Tabelle weiter unten zeigt die Größenordnungen.

Was zählt alles als Eigenkapital?

Banken akzeptieren als Eigenkapital alles, was Ihnen gehört und nicht von einer Bank kommt:

Nicht akzeptiert: Geliehenes Geld von Banken (das wäre ja wieder Fremdkapital), zukünftige Bonuszahlungen oder Steuererstattungen ohne festen Termin.

100- und 110-Prozent-Finanzierung

Wer nicht 20 Prozent Eigenkapital hat, kann zwei Sonderwege gehen — beide sind aber teurer:

Im Beispiel: Bei 450.000 Euro Kaufpreis und Standard-Zins 4 Prozent über 10 Jahre Zinsbindung — mit 20 Prozent Eigenkapital zahlen Sie über die Zinsbindung rund 150.000 Euro Zinsen. Bei 110-Prozent-Finanzierung mit 5 Prozent Zins steigt das auf 230.000 Euro. Differenz: 80.000 Euro — nur weil das Eigenkapital fehlte.

Wirkung der Eigenkapitalquote auf den Zinssatz

Banken arbeiten mit dem Beleihungsauslauf — dem Verhältnis von Darlehen zu Immobilienwert. Je höher der Auslauf, desto höher das Risiko, desto höher der Zins. Größenordnungen 2026:

Wer kurzfristig sparen kann, sollte das tun — jedes zusätzliche Prozent Eigenkapital reduziert die Gesamtkosten oft um mehrere tausend Euro über die Laufzeit.

Strategie und Puffer

Vier praktische Regeln:

Wer mehrere Optionen kombiniert (Eigenmittel + Schenkung + Beleihung von Wertpapieren), kann oft auf die kritischen 20 Prozent kommen — und damit deutlich bessere Zinskonditionen sichern.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Käufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zum Eigenkapital — kompakt beantwortet.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Immobilienkauf?

Faustregel: 20 bis 25 Prozent vom Kaufpreis plus die Kaufnebenkosten (etwa 10 Prozent). Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro also rund 135.000 Euro Eigenkapital. Mit weniger Eigenkapital sind Vollfinanzierungen möglich, aber teurer.

Was zählt alles als Eigenkapital?

Bargeld auf dem Konto, Sparguthaben, Tagesgeld, Festgeld, Wertpapiere (Aktien, Fonds, ETFs), Bausparguthaben, Wert von Goldbarren oder Münzen, Lebensversicherungs-Rückkaufswerte, geliehene Familiendarlehen — alles, was nicht von einer Bank kommt. Auch Eigenleistungen (Muskelhypothek) zählen bei Bauvorhaben.

Was ist eine 100-Prozent-Finanzierung?

Die Bank finanziert den vollen Kaufpreis ohne eigenes Geld des Käufers — nur die Kaufnebenkosten muss der Käufer selbst tragen. Stand 2026 nur noch wenige Banken angeboten, mit 0,3 bis 0,8 Prozentpunkten Zinsaufschlag gegenüber Krediten mit 20 Prozent Eigenkapital.

Was ist eine 110-Prozent-Finanzierung?

Die Bank finanziert Kaufpreis plus Nebenkosten komplett — kein Eigenkapital nötig. Sehr selten, mit Zinsaufschlag bis 1 Prozentpunkt und strengen Bonitätsanforderungen. Nur sinnvoll bei hohem, stabilem Einkommen.

Wie wirkt sich Eigenkapital auf die Konditionen aus?

Erheblich. Bei 20 Prozent Eigenkapital bekommen Sie typisch den Standard-Zins. Bei 30 Prozent Eigenkapital oft 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte günstiger. Bei 40 Prozent oder mehr verhandelbar mit weiteren Vorteilen. Andersrum: bei 10 Prozent Eigenkapital steigt der Zinssatz um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte.

Sollte ich mein gesamtes Eigenkapital einsetzen?

Nein. Lassen Sie mindestens 3 bis 6 Nettogehälter als Puffer für unvorhergesehene Reparaturen, Krankheit oder Jobverlust. Wer alles in die Immobilie steckt und dann eine 8.000-Euro-Heizungsreparatur nicht stemmen kann, gerät schnell in finanzielle Bedrängnis.

Sie verkaufen — wir kalkulieren.

Wir kalkulieren Ihren Netto-Verkaufserlös nach Abzug aller Posten — und sagen Ihnen genau, wie viel Eigenkapital Ihnen für die nächste Immobilie zur Verfügung steht.