Wärmepumpe 2026: Arten, Kosten, JAZ, Wirtschaftlichkeit | DOERTER.
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Wärmepumpe, einfach erklärt.

Die Heizung der Zukunft — gewinnt Wärme aus Umweltquellen (Luft, Erde, Wasser) und nutzt Strom als Antriebsenergie. Welche Variante zu welchem Haus passt, was die Kosten und Wirtschaftlichkeit beeinflusst und was Sie als Verkäufer oder Käufer wissen müssen.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Wärmepumpe 2026: Arten, Kosten, JAZ, Wirtschaftlichkeit

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe ist heute die Schlüsseltechnologie für die Wärmewende im Wohngebäude — und das System, das im Heizungsgesetz (65-%-Regel) am häufigsten als Lösung gewählt wird. Sie funktioniert nach dem Prinzip des umgekehrten Kühlschranks: Wärme wird aus der Umwelt entzogen und auf das nötige Heiztemperaturniveau gehoben.

Das Funktionsprinzip in 4 Schritten

  1. Verdampfen: Ein Kältemittel mit sehr niedrigem Siedepunkt nimmt Wärme aus der Umweltquelle (Außenluft, Erde, Wasser) auf und verdampft.
  2. Verdichten: Der Verdichter (mit Strom betrieben) komprimiert das Kältemittel-Gas — dadurch steigt seine Temperatur stark an.
  3. Verflüssigen: Das heiße Kältemittel-Gas gibt seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser ab und verflüssigt sich.
  4. Entspannen: Das Kältemittel wird über ein Expansionsventil entspannt und abgekühlt — der Kreislauf beginnt von vorne.

Aus 1 kWh Strom werden so typisch 3-5 kWh Wärme — daher die hohe Effizienz. Die Effizienz wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen.

Drei Arten im Vergleich

1. Luft-Wasser-Wärmepumpe

Häufigste Variante in Bestandsobjekten. Entzieht Wärme aus der Außenluft, gibt sie an das Heizungswasser ab.

2. Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Entzieht Wärme aus dem Erdreich — über Erdkollektoren in 1,5 m Tiefe oder über Erdsonden bis 100 m tief.

3. Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

Nutzt das Grundwasser als Wärmequelle — höchste Effizienz, aber besondere Voraussetzungen.

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die JAZ ist die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe. Sie misst die Effizienz über ein ganzes Jahr — anders als die theoretische COP (Coefficient of Performance), die nur für einen Betriebspunkt gilt.

JAZ = produzierte Wärmemenge [kWh/Jahr] ÷ Stromverbrauch [kWh/Jahr]

Wovon hängt die JAZ ab?

Typische JAZ-Werte

Anwendung Luft-WP Erdwärme Wasser-WP
Neubau Effizienzhaus 553,5-4,04,5-5,05,0-5,5
Sanierter Altbau, Fußboden-H.3,2-3,84,2-4,84,5-5,0
Standard-Altbau, Heizkörper2,8-3,23,5-4,03,8-4,2
Unsanierter Altbau2,3-2,83,0-3,53,2-3,7

Wirtschaftlichkeitsschwelle

Eine JAZ von mindestens 3,0 gilt als wirtschaftliche Mindestschwelle. Darunter wird die Wärmepumpe vergleichsweise teuer im Betrieb. Bei JAZ < 2,5 ist sogar eine Hybridlösung mit Gas-Brennwertkessel als Spitzenheizung wirtschaftlich sinnvoller.

Kosten und Förderung

Anschaffungskosten

Position Luft-WP Erdwärme
Gerätekosten10.000-15.000 €14.000-20.000 €
Erdbohrung/Kollektoren10.000-18.000 €
Installation, Steuerung5.000-8.000 €5.000-8.000 €
Pufferspeicher, Hydraulik3.000-5.000 €3.000-5.000 €
Anpassung Heizung3.000-7.000 €3.000-7.000 €
Gesamt25.000-35.000 €35.000-50.000 €

Förderung KfW 458 (Heizungstausch)

Bis zu 70 % Zuschuss auf max. 30.000 € förderfähige Kosten — also max. 21.000 € Zuschuss:

Betriebskosten

Bei JAZ 3,5 und Strompreis 0,28 €/kWh: ca. 0,08 € pro kWh Wärme. Vergleich Gas: bei Gaspreis 0,12 €/kWh und Brennwertkessel 95 % Wirkungsgrad: ca. 0,13 € pro kWh Wärme. Damit Wärmepumpe etwa 30-40 % günstiger im Betrieb als Gasheizung.

Welches Haus eignet sich?

Sehr gut geeignet

Eingeschränkt geeignet

Vorbereitende Maßnahmen sinnvoll

Wirkung beim Hausverkauf

Wärmepumpe vorhanden → klarer Vorteil

Eine moderne Wärmepumpe ist ein signifikanter Werttreiber:

Argumente im Exposé

Keine Wärmepumpe — Strategien

Wenn Sie ein Haus mit alter Heizung verkaufen, haben Sie zwei Optionen:

Option 1: Vor Verkauf tauschen

Option 2: Käufer entscheidet

Mein Rat: Bei Häusern, die ohnehin teil-saniert werden müssten, lohnt sich der Heizungstausch vor Verkauf praktisch immer. BAFA-Förderung von bis zu 21.000 € macht die Investition wirtschaftlich attraktiv, der höhere Verkaufspreis kompensiert die Restkosten. Wer dagegen ein Haus „sofort verkaufen muss“ und nicht mehr investieren will, akzeptiert besser den Preisabschlag und überlässt die Entscheidung dem Käufer.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Wärmepumpe" — kompakt beantwortet.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe arbeitet ähnlich wie ein umgekehrter Kühlschrank: Sie entzieht Wärme aus der Umwelt (Außenluft, Erde, Grundwasser) und hebt sie mit Hilfe eines Verdichters (Strom) auf das nötige Heiztemperaturniveau. Aus 1 kWh Strom werden typisch 3-5 kWh Wärme — daher die hohe Effizienz.

Welche Wärmepumpe ist die beste?

Kommt aufs Haus an. Luft-Wärmepumpe: günstig, einfach zu installieren, geringere Effizienz. Erdwärmepumpe (Sole-Wasser): höhere Effizienz, aufwendige Erdbohrung, höhere Kosten. Wasser-Wasser-Wärmepumpe: höchste Effizienz, braucht Grundwasser, Genehmigung. Für Bestandsobjekte meist Luft-Wärmepumpe.

Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. JAZ 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Höher = effizienter. Luft-Wärmepumpen in Bestandsobjekten erreichen typisch JAZ 2,8-3,5, Erdwärmepumpen 3,8-4,5, Wasser-Wärmepumpen 4,0-5,0.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Luft-Wasser-Wärmepumpe: 25.000-35.000 € (Anschaffung + Installation). Erdwärmepumpe: 35.000-50.000 € inkl. Erdbohrung. Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 30.000-45.000 € inkl. Genehmigung. Mit BAFA-Förderung von 30-70 % reduzieren sich die Eigenkosten erheblich.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

In den meisten Fällen ja, wenn vorbereitet. Voraussetzung: Heizflächen ausreichend groß (Fußbodenheizung oder große Heizkörper), Dämmung mindestens Standard. In schlecht gedämmten Altbauten mit kleinen Heizkörpern ist die JAZ niedrig (2,5-3,0) und der Stromverbrauch hoch — dann wirtschaftlich grenzwertig. Hybridlösung (Wärmepumpe + Gas-Brennwertkessel) als Übergang möglich.

Welche Wirkung hat eine Wärmepumpe auf den Verkaufspreis?

Eine vorhandene Wärmepumpe wirkt preisstabilisierend oder sogar preissteigernd. Käufer kalkulieren die ersparten Tauschkosten (25.000-50.000 €) ein und zahlen daher höhere Preise — typisch 10.000-25.000 € mehr als bei vergleichbarem Haus mit alter Gasheizung. Bessere Energieklasse → bessere Verhandlungsposition.

Wärmepumpe vor Verkauf einbauen?

Wir analysieren mit Ihnen, ob sich der Heizungstausch vor dem Verkauf rechnet — basierend auf Restlebensdauer Ihrer alten Heizung, möglicher Förderung und erwartetem Mehrpreis am Markt.