Offene Posten WEG 2026: Säumige Eigentümer, Risiko | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · WEG & Verwaltung

Offene Posten in der WEG, einfach erklärt.

Die offenen Posten einer WEG sind ein unterschätztes Risiko beim ETW-Verkauf: säumige Eigentümer schädigen die Gemeinschaft, drücken die Liquidität — und sind oft im Verkaufs-Exposé nicht ersichtlich.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Offene Posten WEG 2026: Risiko durch säumige Eigentümer

Was sind offene Posten?

Die offenen Posten einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sind Forderungen gegen einzelne säumige Eigentümer, die ihre Zahlungspflichten nicht erfüllt haben. Sie erscheinen:

Welche Forderungen sind typisch?

Wie entstehen sie?

Häufige Gründe

Verzug-Berechnung

Bei Verzug (Mahnung des Verwalters) werden Verzugszinsen fällig:

Folgen für WEG

Liquiditätsproblem

Die laufenden Kosten müssen trotzdem bezahlt werden: Hausmeister, Versicherungen, Energie, Wasser, kleine Reparaturen. Bei Ausfall eines Eigentümers muss die WEG das überbrücken.

Sonderumlage

Bei großen Ausfällen oder dringenden Maßnahmen: Beschluss einer Sonderumlage durch die Eigentümerversammlung. Andere Eigentümer müssen einspringen — bei MFH oft 1.000-5.000 € pro Wohnung.

Sanierungs-Verschiebung

Geplante Maßnahmen werden ausgesetzt, weil die Liquidität fehlt. Folge: Sanierungsstau verstärkt sich.

Mahnverfahren-Kosten

Verwalter muss die Außenstände aktiv verfolgen:

  1. Erinnerung (kostenlos)
  2. Mahnung mit Verzugszinsen-Forderung
  3. Anwalts-Mahnung
  4. Gerichtliches Mahnverfahren
  5. Klage und Vollstreckung
  6. Zwangsversteigerung als Ultima Ratio

Kosten gehen vorerst zu Lasten der WEG, werden später dem säumigen Eigentümer aufgebürdet — sofern dieser zahlungsfähig wird.

Käufer-Mitnahme?

Grundsatz

Die persönlichen Schulden des Verkäufers gegenüber der WEG bleiben beim Verkäufer — der Käufer übernimmt sie nicht automatisch. Das gilt auch für ältere Forderungen.

Aber: § 10 Abs. 1 Satz 4 WEG (umstritten)

Bei Eigentumswohnungen gibt es eine spezielle Haftung: Der nachfolgende Eigentümer haftet für rückständige Hausgeld-Forderungen — bis zur Höhe von 5 % des Grundstücks-Verkehrswerts. Diese Vorschrift ist juristisch umstritten.

Sicherer Schutz für Käufer

Prüfung vor Kauf

Drei Quellen prüfen

1. Vermögensbericht der WEG

Pflicht seit 01.12.2023 nach § 28 Abs. 4 WEG. Zeigt:

2. Letzte 2-3 Jahresabrechnungen

3. Direkte Verwalter-Anfrage

Schriftlich anfragen:

Was ist akzeptabel?

Bedeutung beim Verkauf

Verkäufer-Vorbereitung

Im Exposé erwähnen

Wenn die WEG gut dasteht (niedrige offene Posten, stabile Bilanz): als Verkaufs-Argument nutzen — schafft Käufer-Vertrauen.

Ehrlichkeit bei WEG-Problemen

Bekannte WEG-Probleme nicht verschweigen:

Notarvertrag

Wertwirkung

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Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

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Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

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Was sind offene Posten in der WEG?

Forderungen der WEG gegen einzelne Eigentümer, die ihre Zahlungspflichten (Hausgeld, Sonderumlagen) nicht oder verspätet erfüllen. Erscheinen in der Jahresabrechnung, im Vermögensbericht der WEG und im laufenden Wirtschaftsplan. Bei größeren Beträgen: Liquiditätsproblem für die ganze WEG — laufende Kosten (Hausmeister, Energie, Reparaturen) müssen trotzdem bezahlt werden.

Wie entstehen offene Posten?

Häufige Ursachen: (1) Zahlungsunfähigkeit eines Eigentümers (Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Insolvenz). (2) Streit mit Hausverwaltung: Eigentümer fechtet Beschluss an, zahlt vorerst nicht. (3) Vergessen / Versäumnis: bei alten Eigentümern oder Erbengemeinschaften. (4) Spekulanten, die bewusst nicht zahlen, um zu kalkulieren. (5) Verkaufs-Phase: Eigentümer in Trennung oder Verkaufsphase zahlt nicht mehr. Verzugszinsen nach BGB werden automatisch fällig.

Welche Folgen hat das für die WEG?

Direkte Folgen: (1) Liquiditätsproblem: laufende Kosten müssen trotzdem bezahlt werden. (2) Sonderumlage: bei großen Ausfällen müssen andere Eigentümer einspringen. (3) Sanierungs-Verschiebung: geplante Maßnahmen werden ausgesetzt. (4) Mahnverfahren-Kosten: gehen zu Lasten der WEG. Verwalter-Pflichten: aktive Verfolgung der Außenstände (Mahnung, gerichtliches Verfahren, ggf. Zwangsversteigerung).

Geht ein offener Posten beim Verkauf auf den Käufer über?

Persönliche Schulden des Verkäufers gegenüber der WEG bleiben beim Verkäufer — der Käufer übernimmt sie NICHT automatisch. Aber: Wenn die WEG eine Vormerkung im Grundbuch hat oder eine Zwangshypothek wegen Hausgeld-Rückständen eingetragen ist, kann der Käufer indirekt betroffen sein. Im Notarvertrag: stehende offene Posten müssen offengelegt werden — Verkäufer regelt sie aus dem Verkaufserlös. Achtung: § 10 Abs. 1 WEG sieht für ETW eine besondere Haftung des nachfolgenden Eigentümers vor — bis 5 % des Grundstückswerts (höchst-rechtlich strittig).

Wie prüfe ich offene Posten vor einem ETW-Kauf?

Drei Quellen: (1) Vermögensbericht der WEG (Pflicht seit 01.12.2023) zeigt aktuelle Forderungen. (2) Jahresabrechnungen der letzten 2 Jahre — offene Posten als eigene Position. (3) Direkte Anfrage bei der Hausverwaltung: aktueller Stand der Forderungen, Anzahl säumiger Eigentümer, Mahnverfahren-Status. Im Notarvertrag: Klausel verlangen, dass Verkäufer-Schulden gegenüber der WEG aus dem Verkaufserlös beglichen werden.

Was bedeuten hohe offene Posten für den Wohnungswert?

Negative Wertwirkung: bei hohen Außenständen (über 5 % des Jahres-Hausgeld-Volumens) wird das Vertrauen in die WEG-Stabilität untergraben. Käufer rechnen mit drohenden Sonderumlagen und Sanierungs-Verschiebungen. Wertabschlag: 3-8 % möglich bei strukturell schwacher WEG-Bilanz. Schutz-Verkäufer: vor Verkauf eigene Außenstände begleichen und WEG-Status klar im Exposé kommunizieren — schafft Vertrauen.

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