Mietkaution 2026: § 551 BGB, Höhe, Anlage, Rückzahlung | DOERTER.
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Mietkaution, einfach erklärt.

Die Sicherheit für die Erfüllung der Mieterpflichten nach § 551 BGB. Maximal 3 Nettokaltmieten, getrennte Anlage, zinstragend — die Pflichten des Vermieters sind klar geregelt. Was Sie zur Höhe, Anlage und Rückzahlung wissen müssen.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Mietkaution 2026: § 551 BGB, Höhe, Anlage, Rückzahlung

Was ist die Mietkaution?

Die Mietkaution ist eine Sicherheitsleistung, die der Mieter dem Vermieter beim Mietbeginn übergibt. Geregelt ist sie in § 551 BGB. Sie dient als Sicherheit für die Erfüllung der Mieterpflichten — vor allem:

Charakteristika

Höhe und Formen

Maximale Höhe

Maximal 3 Nettokaltmieten — Betriebskosten und Heizkosten zählen nicht. Beispiel: Nettokaltmiete 750 €/Monat → max. Kaution 2.250 €. Vereinbarungen über höhere Beträge sind nach § 551 Abs. 4 BGB insoweit unwirksam.

Kautionsformen

1. Barkaution

Häufigste Form. Mieter zahlt einen Geldbetrag auf das Mietkautionskonto.

2. Sparbuch mit Verpfändung

Mieter legt Sparbuch auf seinen Namen an, verpfändet es zugunsten des Vermieters. Vorteil: Mieter behält Zinserträge.

3. Bürgschaft

Eltern, Verwandte oder eine Bank bürgen für den Mieter. Bei Schadensfall haftet der Bürge. Vorsicht: Bei Eltern-Bürgschaft besteht oft Erfüllungsdruck.

4. Bankgarantie

Bank garantiert dem Vermieter die Zahlung bis zur Kautionshöhe. Mieter zahlt eine Gebühr (typisch 5-10 % der Kautionshöhe p.a.).

5. Mietkautions-Versicherung

Spezialform der Bankgarantie. Mieter zahlt monatliche Versicherungsprämie (ca. 5 % der Kaution p.a.). Praktisch wenn Mieter keine Barmittel hat.

Wahl der Form

Der Mieter wählt die Form (§ 551 Abs. 2 BGB), der Vermieter muss alle gesetzlich zulässigen Formen akzeptieren — kann aber im Mietvertrag bestimmte Formen einfordern (z.B. nur Barkaution oder Sparbuch).

Anlage des Kautionsbetrags

Getrennte Anlage (§ 551 Abs. 3 BGB)

Der Vermieter muss die Kaution von seinem Vermögen getrennt anlegen. In der Praxis:

Verzinsung

Die Kaution muss zum üblichen Zinssatz einer Spareinlage verzinst werden. Die Zinsen gehören dem Mieter und werden der Kaution gutgeschrieben — also auch verpfändet.

Folgen bei Verstößen

Bei nicht getrennter Anlage drohen:

Rückgabe bei Auszug

Angemessene Prüfungsfrist

Nach Auszug hat der Vermieter eine angemessene Prüfungsfrist, um:

Typisch 3 bis 6 Monate. In besonderen Fällen (z.B. laufende Reparatur, ausstehende Betriebskosten) kann länger zurückgehalten werden.

Aufrechnung mit Forderungen

Der Vermieter darf von der Kaution einbehalten:

Höhe der Einbehalte

Die Einbehalte müssen konkret und nachvollziehbar begründet werden. Pauschale Einbehalte ohne Nachweise sind unzulässig. Der Vermieter trägt die Beweislast für die Schäden.

Bei strittigen Betriebskosten

Wenn die Betriebskosten-Abrechnung noch aussteht, darf der Vermieter einen angemessenen Teil der Kaution zurückbehalten — typisch in Höhe der zu erwartenden Nachzahlung. Den Rest muss er auszahlen.

Verzugszinsen

Bei verspäteter Rückzahlung (über die angemessene Frist hinaus) hat der Mieter Anspruch auf Verzugszinsen (typisch 5 % über Basiszinssatz).

Bei Verkauf der Immobilie

Übergang der Kaution (§ 566a BGB)

Bei Verkauf einer vermieteten Immobilie geht die Kaution automatisch auf den Käufer über. Der Verkäufer muss:

Haftung

Der Käufer haftet künftig für die Rückzahlung. Der Verkäufer haftet subsidiär — wenn der Käufer nicht zahlt, kann der Mieter sich auch an den ursprünglichen Vermieter wenden. Diese subsidiäre Haftung gilt 1 Jahr nach Eigentumsumschreibung (§ 566 BGB analog).

Im Kaufvertrag

Im Kaufvertrag sollte explizit geregelt werden:

Praxis

Bei Bar-Kautionen wird der Kautionsbetrag typischerweise vom Kaufpreis abgezogen — der Käufer erhält Mieter-Kautionskonto-Berechtigung. Bei Bürgschaften oder Versicherungen wird die Berechtigung auf den neuen Eigentümer umgeschrieben.

Praxis-Tipps

Bei Vertragsabschluss

Bei Mietbeginn

Während der Mietzeit

Bei Auszug

Häufige Vermieter-Fehler

Mein Rat aus 20 Jahren Praxis: Die Mietkaution ist ein häufiger Streit-Punkt bei Auszug. Vermieter sollten von Anfang an saubere Dokumentation führen — Übergabeprotokoll, Verpfändungsvereinbarung, Bestandsfotos. Bei Auszug zügig (innerhalb von 3 Monaten) abrechnen und auszahlen. Bei Verkauf einer vermieteten Immobilie ist die Kaution ein wichtiger Posten — Käufer prüfen genau, ob sie ordnungsgemäß angelegt wurde.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Mietkaution" — kompakt beantwortet.

Was ist die Mietkaution?

Eine Sicherheitsleistung des Mieters für die Erfüllung seiner Pflichten aus dem Mietverhältnis nach § 551 BGB. Sichert Schäden an der Wohnung, ausstehende Mietzahlungen, offene Betriebskosten. Bei Wohnraum auf maximal 3 Nettokaltmieten begrenzt.

Welche Kautionsformen gibt es?

Barkaution (häufigste Form, Geld auf Mietkautionskonto), Sparbuch mit Verpfändung, Bürgschaft (z.B. von Eltern oder Bank), Bankgarantie, Mietkautions-Versicherung (gegen Gebühr). Der Mieter wählt die Form, sofern der Vermieter nicht eine bestimmte Form ablehnt.

Wie muss die Kaution angelegt werden?

Auf einem vom Vermögen des Vermieters getrennten Konto (Mietkautionskonto) mit üblichem Zinssatz einer Spareinlage (§ 551 Abs. 3 BGB). Konto auf den Namen des Mieters mit Verpfändung an den Vermieter. Der Mieter erhält die Zinsen — sie erhöhen die Kaution.

Kann die Kaution in Raten gezahlt werden?

Ja, nach § 551 Abs. 2 BGB kann der Mieter die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen. Erste Rate fällig bei Mietbeginn, weitere mit den jeweils nächsten Mietzahlungen. Vereinbarungen über Einmalzahlung sind unwirksam, soweit sie den Mieter benachteiligen.

Wann muss die Kaution zurückgezahlt werden?

Nach Auszug innerhalb einer angemessenen Prüfungsfrist — typisch 3-6 Monate. Vermieter darf Beträge für offene Forderungen (Schäden, ausstehende Mieten, Nachzahlung Betriebskosten) einbehalten. Bei strittigen Betriebskosten kann ein Teil-Einbehalt bis zur Abrechnung gerechtfertigt sein.

Was passiert bei Verkauf der Immobilie?

Die Kaution geht automatisch auf den Käufer über (§ 566a BGB). Verkäufer muss die Kaution an den Käufer übergeben — diese bleibt aber weiter dem Mieter zugeordnet. Der Käufer haftet künftig für die Rückzahlung. Bei Auszug muss der neue Eigentümer die Rückzahlung leisten.

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