Kaufnebenkosten 2026: 9 bis 12 Prozent vom Kaufpreis | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten, einfach erklärt.

9 bis 12 Prozent vom Kaufpreis — als Käufer rechnen Sie diesen Aufschlag neben dem reinen Verkaufspreis ein. Welche Positionen das sind, wie hoch sie ausfallen, und wo Sie sparen können.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit8 Min.

Kaufnebenkosten 2026: Was kommt zum Kaufpreis dazu?

Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten sind alle zusätzlichen Kosten, die beim Erwerb einer Immobilie über den reinen Kaufpreis hinaus anfallen. Sie sind teils gesetzlich vorgeschrieben (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch), teils marktüblich vereinbart (Maklerprovision). In Summe bewegen sie sich typischerweise zwischen 9 und 12 Prozent vom Kaufpreis.

Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro entspricht das also rund 40.500 bis 54.000 Euro zusätzlich. Diese Summe muss der Käufer üblicherweise aus Eigenkapital aufbringen — die meisten Banken finanzieren nur den reinen Kaufpreis.

Für Verkäufer ist das wichtig zu wissen: Käufer denken nicht in „Kaufpreis", sondern in „Gesamtkosten". Wer mit hohem Preis vermarktet, verliert Käufer mit knapper Eigenkapitalquote — auch wenn die Immobilie an sich attraktiv ist.

Die vier Hauptpositionen

1. Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 %)

Die einmalige Steuer beim Erwerb, festgelegt durch das Bundesland. Höchste Sätze in NRW, SH, SL, BB, TH (6,5 %), niedrigste in BY und SN (3,5 %). Mehr Details siehe Grunderwerbsteuer.

2. Notarkosten (rund 1,5 %)

Beurkundung des Kaufvertrags, Grundschuldbestellung, Vollzugsgebühren. Bundeseinheitlich geregelt nach GNotKG. Details: Notar und Notarkosten.

3. Grundbuchgebühren (rund 0,5 %)

Für die Eintragung des neuen Eigentümers in Abteilung I und der neuen Grundschuld in Abteilung III. Bundeseinheitlich.

4. Maklerprovision (3,57 % Käuferanteil)

Optional. Bei privaten Verkäufen ohne Makler entfällt sie komplett. Seit Bestellerprinzip 2020 hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Details: Courtage und Maklerprovision.

Der Rechner unten zeigt Ihnen die Gesamtsumme für Ihren konkreten Kaufpreis und Ihr Bundesland — inklusive Toggle für Makler-Vereinbarung.

Rechner

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten bei Ihnen?

Live · 16 Länder
50.000 €2.000.000 €
Kaufnebenkosten gesamt ~13,2 % vom Kaufpreis
59.490 €

Aufschlüsselung im Stack unten. Werte gerundet, Stand Mai 2026.

Ohne Gewähr · Faustformel · Konkrete Werte beim Notar erfragen. Grunderwerbsteuer-Details →
Aufschlüsselung

Bei einem Kaufpreis von 450.000 €

59.490 € 13,2 % vom Kaufpreis
6,5 %
1,5 %
0,5 %
3,57 %
Grunderwerbsteuer29.250 €6,5 % · vom Land
Notar6.750 €~1,5 % · GNotKG
Grundbuch2.250 €~0,5 % · Eintragung
Maklerprovision16.065 €3,57 % · Käufer-Anteil
Mit Makler. Ausschalten, um den Privatverkauf zu simulieren.

Bundesland-Vergleich

Der größte Hebel in den Kaufnebenkosten ist die Grunderwerbsteuer. Während Bayern und Sachsen bei 3,5 % liegen, kassieren NRW, Schleswig-Holstein, Saarland, Brandenburg und Thüringen 6,5 %. Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro sind das 13.500 Euro Unterschied — nur durch das Bundesland.

Wer flexibel ist (etwa beim Erstwohnsitz), kann durch die Wahl eines „GrESt-günstigen" Bundeslandes deutlich sparen. In Grenzregionen (z. B. Niedersachsen-Bremen, NRW-Niedersachsen) lohnt sich der Vergleich.

Sind Kaufnebenkosten finanzierbar?

Die meisten Banken finanzieren nur den reinen Kaufpreis, nicht die Nebenkosten. Wer trotzdem voll finanzieren möchte (110-Prozent-Finanzierung), zahlt:

Faustregel: 20 bis 25 Prozent Eigenkapital sollten Sie für Nebenkosten und einen Sicherheits-Puffer haben. Wer weniger einbringt, riskiert in den ersten Jahren eine sehr enge Liquiditätslage.

Wo Sie sparen können

An drei Stellen lassen sich Kaufnebenkosten legal reduzieren:

Was Kaufnebenkosten aus Verkäufersicht bedeuten

Wer privat verkauft, sollte die Käuferperspektive einnehmen: Ein Käufer mit 450.000 Euro Eigenkapital kann sich keine Immobilie für 450.000 Euro leisten — er hat nur Kapital für ca. 380.000 Euro Kaufpreis plus 70.000 Euro Nebenkosten.

Deshalb hilft eine transparente Kommunikation der Gesamtkosten in der Vermarktung. Wer auf den ersten Blick zeigt „Kaufpreis 450k € + 8 % Nebenkosten ohne Makler = 486k € Gesamtkosten", erreicht Käufer mit knapperer Liquidität — die bei Maklerimmobilien herausfallen würden (wegen 12 % statt 8 %).

Das ist einer der unterschätzten Vorteile des Privatverkaufs: Die Nebenkosten-Ersparnis fließt direkt in den Verhandlungsspielraum. Ein Käufer, der sich 16.000 € Maklerprovision spart, ist bereit, beim Kaufpreis flexibler zu sein.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Käufer und Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu Kaufnebenkosten — kompakt beantwortet.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten 2026?

Typisch zwischen 9 und 12 Prozent vom Kaufpreis. In Bundesländern mit hoher Grunderwerbsteuer (NRW, SH, SL, BB, TH = 6,5 %) eher 12 Prozent inklusive Makler, in Bayern und Sachsen (3,5 %) eher 9 Prozent. Ohne Makler-Beteiligung sinkt der Satz auf 5 bis 8 Prozent.

Welche Kostenposten gehören zu den Kaufnebenkosten?

Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 %), Notarkosten (rund 1,5 %), Grundbuchgebühren (rund 0,5 %), Maklerprovision (3,57 % Käuferanteil bei Standard-Vereinbarung). Optional: Gutachterkosten, Bauträgervertragsprüfung, Zwischenfinanzierung.

Sind Kaufnebenkosten finanzierbar?

Die meisten Banken finanzieren nur den reinen Kaufpreis, nicht die Nebenkosten. Wer ohne Eigenkapital kauft (Vollfinanzierung), zahlt höhere Zinsen. Faustregel: 20 bis 25 Prozent Eigenkapital sollten Sie für Nebenkosten und Sicherheits-Puffer haben.

Kann ich Kaufnebenkosten steuerlich absetzen?

Bei selbstgenutzten Immobilien nein. Bei vermieteten Kapitalanlagen sind alle Nebenkosten Teil der Anschaffungskosten und werden über die Gebäude-AfA über 50 Jahre abgeschrieben.

Lassen sich die Kaufnebenkosten reduzieren?

Ja, an drei Stellen: Inventar separat ausweisen (reduziert Grunderwerbsteuer und Notar), provisionsfrei kaufen (kein Maklerhonorar), Verzicht auf Notaranderkonto (spart 100 bis 300 Euro). Insgesamt realistisch 1 bis 4 Prozentpunkte.

Wer zahlt die Maklerprovision?

Seit dem Bestellerprinzip (Dezember 2020) ist die Provision bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt — typischerweise 3,57 Prozent für jede Seite. Bei Privatverkäufen ohne Makler entfällt sie komplett.

Verkaufen Sie privat — Käufer sparen 3,57 %.

Wer ohne Makler verkauft, gibt seinen Käufern einen 3,57-Prozent-Spielraum mehr — das macht Ihre Immobilie für Käufer mit knappem Eigenkapital attraktiv und beschleunigt den Abschluss.