Innenprovision 2026: Verdeckter Aufschlag im Maklergeschäft | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Recht & Vertrag

Innenprovision, einfach erklärt.

Die Innenprovision ist eine vom Verkäufer bezahlte Maklerprovision, die im Kaufpreis „versteckt“ ist — vom Käufer faktisch mitbezahlt. Seit 2020 deutlich erschwert durch das Provisionsteilungs-Gesetz. Was die Rechtslage heute sagt und wie sich Verkäufer rechtssicher aufstellen.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Innenprovision 2026: Rechtslage und Praxis

Was ist die Innenprovision?

Die Innenprovision ist eine vom Verkäufer bezahlte Maklerprovision, die im Kaufpreis enthalten ist. Aus Sicht des Käufers ist sie nicht extern ausgewiesen — sie steckt „innen drin“ im Verkaufspreis.

Wirtschaftliche Wirkung

Auch wenn nur der Verkäufer die Innenprovision direkt zahlt, trägt sie der Käufer wirtschaftlich mit:

Historische Verbreitung

Bis 2020 war die Innenprovision verbreitet, besonders bei:

Provisionsteilungs-Gesetz 2020

Hintergrund

Am 23.12.2020 trat das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser in Kraft. Hintergrund: Schutz von Verbrauchern vor übermäßigen Provisionen.

Kernregeln (§§ 656a-d BGB)

Anwendungsbereich

Gilt für Verkauf von:

NICHT geregelt:

Folge

Bei einem klassischen EFH/ETW-Verkauf an Privatperson ist eine reine Innenprovision nicht mehr durchsetzbar. Der Käufer kann sich gegen die Übernahme von mehr als 50 % der Provision wehren.

Offenlegungs-Pflicht

BGH-Rechtsprechung

Der BGH hat seit Jahren entschieden: Der Makler muss seine Provisions-Konstellation offenlegen — auch bei Innenprovision. Verheimlichung kann arglistige Täuschung nach § 123 BGB darstellen.

Was muss offengelegt werden?

„Provisionsfrei für Käufer“

Diese Formulierung ist heute rechtlich problematisch:

Provisionsfreier Verkauf bei DOERTER

Bei einem echten Privatverkauf (z.B. über privatverkaufen.de) entfällt die Maklerprovision vollständig — weder Verkäufer noch Käufer zahlen Provision. Festpreis-Modell statt provisionsabhängiges Modell.

Innen- vs. Außenprovision

Direktvergleich

AspektInnenprovisionAußenprovision
Wer zahlt direkt?VerkäuferKäufer (oder beide)
Wie sichtbar?Im Kaufpreis verstecktSeparat ausgewiesen
Wirtschaftliche LastKäufer trägt mitWer zahlt, trägt sie
Heute zulässig (EFH/ETW Verbraucher)?Nur eingeschränktMit Halbteilungs-Grundsatz
Steuerlich beim Käufer absetzbar?Nicht direkt (in Kaufpreis)Bei Vermietung als Werbungskosten

Geteilte Provision (heute Standard)

Seit 2020 hat sich beim EFH/ETW-Verkauf an Verbraucher die Halbteilungs-Konstellation durchgesetzt: Käufer und Verkäufer zahlen je 50 % der Provision, beide direkt. Übliche Sätze: 3-4 % netto pro Seite (zusammen 6-8 % brutto).

Praxis 2026

Verdrängung der reinen Innenprovision

Seit 2020 ist die reine Innenprovision beim Standard-Verkauf fast verschwunden. Praxis-Konstellationen heute:

Marketing-Strategien der Makler

Einige Anbieter werben offensiv mit „Provisionsfrei für Käufer“ — aber:

Risiken bei nicht-konformer Provision

Bedeutung beim Verkauf

Drei Verkaufs-Optionen

Option 1: Klassischer Makler (Standard)

Option 2: Discount-Makler (Online-Plattformen)

Option 3: Echter Privatverkauf (DOERTER)

Pflichten des Verkäufers bei Makler-Beauftragung

Pflichten beim Privatverkauf

Vorbereitung für den Verkauf

Praxis-Tipp DOERTER: Auf privatverkaufen.de verkaufen Sie Ihre Immobilie komplett provisionsfrei — Festpreis-Modell statt Maklerprovision. Ersparnis bei 500.000 € Kaufpreis: bis zu 35.000 €.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Innenprovision" — kompakt beantwortet.

Was ist die Innenprovision?

Eine Maklerprovision, die ausschließlich der Verkäufer an den Makler zahlt — wirtschaftlich aber im Kaufpreis „versteckt“ ist und damit vom Käufer mitbezahlt wird. Bezeichnung „Innen“: aus Sicht des Käufers ist die Provision im Kaufpreis drin, nicht extern ausgewiesen. Gegenteil: Außenprovision wird vom Käufer direkt an den Makler gezahlt, zusätzlich zum Kaufpreis.

Was hat sich seit 2020 geändert?

Am 23.12.2020 trat das Gesetz zur Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser in Kraft. Es regelt: Bei Verkauf von Wohnungen und EFH an Verbraucher darf der Käufer maximal 50 % der Provision zahlen — und nur, wenn der Verkäufer auch mindestens den gleichen Anteil zahlt (§§ 656a-d BGB). Die reine Innenprovision ist damit beim Privat-an-Verbraucher-Verkauf nicht mehr standardmäßig möglich.

Wann ist Innenprovision noch erlaubt?

Drei Konstellationen: (1) Gewerbliche Immobilien: Bürogebäude, Gewerbeobjekte, Mehrfamilienhäuser mit gewerblicher Nutzung. Hier gilt die Provisionsteilungs-Pflicht nicht. (2) Verkauf zwischen Unternehmern: B2B-Geschäfte. (3) Bauträger-Verkäufe: bei Erstverkauf an Verbraucher gibt es Sonderregelungen. NICHT zulässig bei Standard-Privatverkauf einer Wohnung oder eines EFH an eine Privatperson.

Welche Pflicht zur Offenlegung gibt es?

Aufklärungs-Pflicht des Maklers nach BGH-Rechtsprechung: Der Makler muss dem Käufer offenlegen, ob und in welcher Höhe er Provision vom Verkäufer erhält. Bei Verheimlichung: arglistige Täuschung möglich, Vertrag anfechtbar. Praxis: Im Exposé oder Verkaufsdokument wird oft „Provisions-frei für Käufer“ geschrieben — was bei einer Innenprovision rechtlich problematisch sein kann, weil der Käufer sie indirekt über den Kaufpreis zahlt.

Was ist der Unterschied zur Außenprovision?

Außenprovision: Käufer zahlt direkt an den Makler — separat zum Kaufpreis ausgewiesen. Üblich in der Höhe von 3,57 % brutto (3 % netto plus MwSt) je Seite — also Käufer und Verkäufer jeweils. Innenprovision: nur Verkäufer zahlt, aber im Kaufpreis „versteckt“. Heute übliche Variante: geteilte Provision seit 12/2020 — Verkäufer und Käufer zahlen je hälftig, jeweils separat. Bei DOERTER-Privatverkauf: keine Maklerprovision — der Eigentümer verkauft selbst mit unserer Unterstützung.

Soll ich als Verkäufer einen Makler beauftragen oder privat verkaufen?

Kostenvergleich: Makler-Provision aktuell üblich 3-4 % netto pro Seite, also 6-8 % brutto auf den Kaufpreis insgesamt. Bei 500.000 € Kaufpreis: ca. 35.000-45.000 € Provision (geteilt: 18-22.500 € pro Seite). Privatverkauf mit Plattform-Unterstützung (z.B. DOERTER): typisch 1.500-3.000 € Festpreis — Ersparnis 15.000-40.000 €. Voraussetzungen für erfolgreichen Privatverkauf: gute Aufbereitung der Unterlagen, professionelle Fotos, klare Markt-Einschätzung, Zeit für Besichtigungen.

Provisionsfrei verkaufen statt Maklerprovision zahlen

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