Heizungstausch 2026: GEG, 65%-Regel, Förderung — Komplettübersicht | DOERTER.
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Heizungstausch, einfach erklärt.

Der Heizungstausch ist eines der teuersten und politisch umkämpftesten Themen für Immobilienbesitzer. Was die GEG-Novelle 2024 wirklich vorschreibt, wann die 65%-Erneuerbare-Regel greift, welche Förderung 2026 noch verfügbar ist — und welche Konsequenzen das beim Verkauf hat.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

Heizungstausch 2026: GEG, 65%-Regel, Förderung

Rechtslage GEG 2024

Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) trat am 01.01.2024 in Kraft — populär als „Heizungsgesetz“. Kern: Jede neu eingebaute Heizung muss zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Kommunale Wärmeplanung als Schlüssel

Die 65%-Regel greift in Bestandsgebäuden erst, wenn die jeweilige Kommune eine verbindliche Wärmeplanung vorgelegt hat. Stichtage:

Vor dem Stichtag können fossile Heizungen ohne 65%-Bindung eingebaut werden — aber mit Beratungspflicht zum Klimaschutz-relevanten Hintergrund. Nach dem Stichtag gilt die 65%-Regel; bei irreparablem Heizungs-Defekt gibt es eine 5-Jahres-Übergangsfrist.

Bestandsschutz funktionierender Heizungen

Bereits eingebaute Heizungen dürfen weiter betrieben werden, solange sie funktionieren. Reparatur ist erlaubt. Tausch wird erst bei irreparablem Totalausfall verpflichtend — und auch dann mit 5-Jahres-Übergangsfrist.

Außerbetriebnahme alter Kessel

Unabhängig von der 65%-Regel müssen Konstanttemperatur-Kessel über 30 Jahre außer Betrieb genommen werden (§ 72 GEG). Bei Eigentumswechsel hat der neue Eigentümer dafür 2 Jahre Zeit. Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind ausgenommen.

Heizungs-Optionen 2026

Wärmepumpen

Die meistempfohlene Lösung seit 2024. Drei Hauptvarianten:

Voraussetzung: Heizflächen müssen für niedrige Vorlauftemperatur (35-45 °C) geeignet sein — oft Wechsel zu Flächenheizung oder größere Heizkörper nötig.

Fernwärme

Wenn ein Fernwärmenetz in der Straße verfügbar ist: oft die einfachste und kostengünstigste Lösung. Anschluss-Kosten 15.000-25.000 €. Achtung: Vertraglicher Anschluss-Zwang in vielen Kommunen ab Wärmeplanung.

Biomasse / Pellets

Pellet-Heizungen sind GEG-konform und in vielen Regionen wirtschaftlich. Nachteile: Platzbedarf für Pellet-Lager, Brennstoff-Preisschwankungen, Feinstaubdiskussion (gilt aber nicht für Pellet-Heizungen mit Filtern).

Hybridheizung

Kombination aus fossiler und erneuerbarer Heizung — z.B. Gas-Brennwertkessel mit Luft-Wärmepumpe. GEG-konform, wenn die Wärmepumpe den Hauptanteil der Wärmebereitstellung übernimmt. Sinnvoll bei sehr großen oder ungewöhnlichen Heizlasten.

H2-Ready-Gasheizung

Eine Gasheizung, die später auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Nur GEG-konform, wenn die Kommune einen konkreten Wasserstoff-Netz-Plan hat — was Stand 2026 nur in wenigen Ausnahmegebieten der Fall ist (z.B. Schleswig-Holstein, NRW Industrieanlagen).

Kosten im Vergleich

HeizungstypInvestition (EFH)Betriebskosten/Jahr (150 m²)
Luft-Wärmepumpe25.000-40.000 €1.200-1.800 €
Sole/Erdwärme-WP35.000-55.000 €900-1.400 €
Pellet-Heizung25.000-40.000 €1.500-2.200 €
Hybridheizung30.000-50.000 €1.500-2.500 €
Fernwärme15.000-25.000 €1.800-2.800 €
Gas-Brennwert (Übergang)8.000-15.000 €1.600-2.400 €
Öl-Brennwert (selten)10.000-18.000 €2.000-2.800 €

Hinweis: Die Werte sind Richtwerte. Tatsächliche Kosten hängen vom Gebäude-Zustand, der vorhandenen Heizflächen-Auslegung und der lokalen Handwerker-Marktlage ab. Energieberater einbinden ist sinnvoll.

BEG-Förderung (KfW 458)

Heizungsförderung über die KfW

Seit Februar 2024 läuft die Heizungsförderung über die KfW (Programm 458) — vorher war sie beim BAFA. Selbstnutzende Eigentümer können bis zu 70 % Zuschuss erhalten:

Förderbausteine im Detail

Maximum: Eine Wohneinheit / 30.000 € förderfähige Investitionskosten, also bis zu 21.000 € Zuschuss. Mehrfamilienhäuser haben höhere Förderdeckel.

Förderfähige Maßnahmen

Antragsweg

  1. Vor Auftragsvergabe: Antrag bei der KfW über das Online-Portal stellen
  2. Zertifikat eines Energieeffizienz-Experten (EEE-Liste) hochladen
  3. Nach Bewilligung: Auftrag an Handwerker erteilen
  4. Nach Fertigstellung: Verwendungsnachweis bei der KfW einreichen
  5. Zuschuss-Auszahlung erfolgt 4-8 Wochen nach Verwendungsnachweis

Steuerliche Alternative (§ 35c EStG)

Statt KfW-Förderung können Selbstnutzer die Sanierungskosten steuerlich absetzen: 20 % der Kosten über 3 Jahre verteilt (max. 40.000 € pro Objekt). Achtung: KfW-Förderung und § 35c EStG schließen sich aus.

Übergangsfristen

Bei Defekt der Bestandsheizung

Geht die Bestandsheizung kaputt, gilt für den Heizungstausch:

Bei Eigentumswechsel

Erbt oder kauft jemand eine Immobilie mit einer alten Heizung:

Bedeutung beim Verkauf

Marktwirkung der Heizung

Beim Hausverkauf ist die Heizung ein Top-3-Wertfaktor — direkt nach Lage und Wohnfläche. Marktwirkung:

Aufklärungspflicht des Verkäufers

Verkäufer müssen den Käufer über das Heizungsalter, den Typ und die letzten Wartungen informieren — am besten mit Belegen. Bei Verschweigen einer GEG-Pflicht-Heizung droht Mangelhaftung.

Praxis-Empfehlung

  1. Heizungs-Daten vor Verkauf dokumentieren: Typenschild fotografieren, Wartungsbuch beilegen
  2. Bei Heizung über 25 Jahre: Käufer-Informationsblatt erstellen, das die GEG-Folgen erklärt
  3. Energieberater-Kosten-Vorschlag für Heizungstausch ins Exposé legen — schafft Vertrauen
  4. Förderkalkulation beifügen: was ein Käufer mit BEG/KfW 458 sparen kann

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Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

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20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Heizungstausch" — kompakt beantwortet.

Was schreibt das GEG 2024 zum Heizungstausch vor?

Jede neu eingebaute Heizung muss zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Greift in Neubaugebieten seit 01.01.2024 sofort. In Bestandsgebäuden: gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung — Kommunen über 100.000 Einwohner ab 30.06.2026, kleinere Kommunen ab 30.06.2028. Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben werden.

Wann muss ich meine Heizung tauschen?

Pflicht-Tausch in drei Fällen: (1) Bei Defekt der bestehenden Heizung nach Stichtag der kommunalen Wärmeplanung — 65%-Regel greift mit 5-Jahres-Übergangsfrist. (2) Bei Konstanttemperatur-Kessel über 30 Jahre — Außerbetriebnahme nach § 72 GEG. (3) Nach Eigentumswechsel — der neue Eigentümer muss alte Kessel innerhalb 2 Jahre außer Betrieb nehmen. Funktionierende Niedertemperatur- und Brennwertkessel dürfen weiter betrieben werden.

Welche Heizungsoptionen erfüllen die 65%-Regel?

Vollständig konform: Wärmepumpe (Luft, Sole, Grundwasser), Anschluss an Wärmenetz/Fernwärme, Biomasseheizung (Holzpellets, Holzhackschnitzel), Stromdirektheizung (nur in sehr gut gedämmten Gebäuden), Solarthermie als Hauptheizung (selten realistisch). Bedingt konform: Hybridheizung (z.B. Gas + Wärmepumpe), Wasserstoff-Ready-Gas mit konkretem H2-Versorgungsplan. Nicht mehr konform: reine fossile Gas- oder Ölheizung.

Was kostet ein Heizungstausch 2026?

Wärmepumpe (Luft-Wasser): 25.000-40.000 € (inkl. Pufferspeicher, Hydraulik). Erdwärme/Sole: 35.000-55.000 € (inkl. Bohrungen). Pellet-Heizung: 25.000-40.000 €. Hybridheizung Gas + WP: 30.000-50.000 €. Fernwärme-Anschluss: 15.000-25.000 € (sofern Netz verfügbar). Brennwertkessel Gas/Öl (in Ausnahmefällen): 8.000-15.000 €. Hinzu kommen oft Heizkörper-/Flächenheizungs-Umbauten bei WP.

Welche Förderung gibt es 2026?

Die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) bietet bis zu 70 % Zuschuss für selbstnutzende Eigentümer von Einfamilienhäusern: Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeits-Bonus 20 % (bis Ende 2028 bei Tausch funktionsfähiger fossiler Heizung) + Einkommens-Bonus 30 % (bei Haushalts-Bruttoeinkommen bis 40.000 €/Jahr) + Effizienz-Bonus 5 % (für besonders effiziente Wärmepumpen). Maximalsumme: 30.000 € förderfähige Investitionskosten, also bis zu 21.000 € Zuschuss bei einer Wohneinheit.

Macht Heizungstausch vor Verkauf Sinn?

Selten. Die Kosten von 25.000-50.000 € werden im Verkaufspreis meist nicht 1:1 wertgesteigert. Käufer rechnen 30-60 % der Modernisierungskosten als Preisplus. Aber: Eine sehr alte Heizung ist ein Preis-Killer — 15-20 % Abschlag möglich. Strategie: Heizung sanieren nur bei akutem Defekt. Sonst: Käufer mit Förderkalkulation (bis 70 % Zuschuss) ein attraktives Tauschszenario aufzeigen.

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