Hausgeld 2026: Zusammensetzung, Höhe, Umlagefähigkeit | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · WEG

Hausgeld, einfach erklärt.

Der monatliche Beitrag an die Wohnungseigentümergemeinschaft — von 280 bis 600 Euro bei einer Standard-Wohnung. Was alles drin steckt und wie es Ihren Verkaufspreis beeinflusst.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert19. Mai 2026
Lesezeit6 Min.

Hausgeld 2026: Zusammensetzung, Höhe, Umlagefähigkeit

Was ist das Hausgeld?

Das Hausgeld ist der monatliche Beitrag, den Eigentümer einer Eigentumswohnung an die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zahlen. Es deckt alle gemeinschaftlichen Kosten ab — von Heizung und Hausmeister über Verwaltungsgebühren bis zur Instandhaltungsrücklage.

Im Alltag oft als „Wohngeld" bezeichnet — was juristisch falsch ist. Das echte Wohngeld ist eine staatliche Sozialleistung für Mieter. Beim Hausgeld geht es um die WEG-Umlage, die jeder Eigentümer zahlt.

Die Höhe und Verteilung werden im jährlichen Wirtschaftsplan der WEG beschlossen — basierend auf den erwarteten Kosten und dem Miteigentumsanteil jeder Wohnung.

Bestandteile im Detail

Das Hausgeld setzt sich aus drei Hauptblöcken zusammen:

Block 1 — Betriebskosten (umlagefähig)

Laufende Kosten des Gebäudebetriebs nach Betriebskostenverordnung. Bei Vermietung auf den Mieter umlegbar:

Block 2 — Verwaltung (nicht umlegbar)

Kosten für die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums:

Block 3 — Instandhaltungsrücklage (nicht umlegbar)

Ein Anteil des Hausgelds — typisch 25-30 Prozent — fließt in die WEG-Rücklage für größere Reparaturen und Sanierungen am Gemeinschaftseigentum. Wichtig: Diese Rücklage ist Vermögen der WEG, nicht des einzelnen Eigentümers. Beim Verkauf bleibt der angesparte Anteil bei der WEG, fließt aber als Wertbestandteil ins Verkaufspreis-Niveau ein.

Übliche Höhe 2026

Spannweite breit, abhängig von Baujahr, Lage, Ausstattung:

Stand 2026 steigen die Hausgelder durch Energiekosten und CO₂-Bepreisung in vielen WEGs spürbar. Wer eine ETW kauft oder verkauft, sollte den Wirtschaftsplan der letzten 3 Jahre prüfen.

Was ist auf Mieter umlegbar?

Etwa 60 bis 70 Prozent des Hausgelds sind nach Betriebskostenverordnung auf Mieter umlegbar. Die Restlichen 30-40 Prozent — Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Reparaturen — bleiben beim Eigentümer.

Konkret bedeutet das für Vermieter: Bei einem Hausgeld von 350 Euro können Sie etwa 210-245 Euro über die Nebenkosten an den Mieter weitergeben. Die restlichen 105-140 Euro sind Ihre Kosten als Eigentümer — sie reduzieren Ihren effektiven Mietertrag.

Hausgeld beim ETW-Verkauf

Wenn Sie eine Eigentumswohnung verkaufen, ist das Hausgeld einer der zentralen Prüfpunkte für Käufer:

Aus Erfahrung: Wohnungen mit hohem Hausgeld (über 4,50 €/m²) und schlechter Rücklage verkaufen sich um 5-15 Prozent unter dem Marktpreis vergleichbarer Objekte mit besseren WEG-Daten. Transparente Kommunikation der Zahlen vermeidet später Verhandlungsdrücken durch Käufer.

Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was ETW-Eigentümer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zum Hausgeld — kompakt beantwortet.

Was ist das Hausgeld?

Der monatliche Beitrag eines Eigentümers an die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zur Deckung aller gemeinschaftlichen Kosten — Betriebskosten, Verwaltung, Instandhaltungsrücklage und gegebenenfalls Heizung. Geregelt im Wirtschaftsplan der WEG.

Wie hoch ist das Hausgeld 2026?

Üblich sind 3,50 bis 5 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat. Bei einer 80-m²-Wohnung also etwa 280 bis 400 Euro monatlich. In sanierungsbedürftigen Häusern oder mit hoher Instandhaltungsrücklage auch deutlich mehr.

Was ist auf Mieter umlegbar?

Etwa 60 bis 70 Prozent — die laufenden Betriebskosten nach Betriebskostenverordnung (Heizung, Wasser, Müll, Hausmeister, Gebäudeversicherung, Grundsteuer). Nicht umlegbar: Verwaltungsgebühren, Instandhaltungsrücklage, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum.

Welche Rolle spielt das Hausgeld beim ETW-Verkauf?

Sehr große. Käufer prüfen den Wirtschaftsplan vor dem Kauf. Hohe Hausgelder oder absehbare Sonderumlagen reduzieren den Verkaufspreis. Eine gut ausgestattete Instandhaltungsrücklage wirkt positiv.

Was passiert bei Eigentümerwechsel mit dem Hausgeld?

Der Käufer übernimmt das Hausgeld ab dem im Kaufvertrag festgelegten Stichtag. Offene Beträge des Verkäufers bleiben dessen Verbindlichkeit. Wichtig: Die WEG kann auch nachträglich Beschlüsse über Sonderumlagen fassen, die dann den neuen Eigentümer treffen.

Was ist die Instandhaltungsrücklage?

Ein Teil des Hausgelds — typisch 25 bis 30 Prozent — wird in der WEG-Rücklage angespart für größere Reparaturen oder Sanierungen am Gemeinschaftseigentum. Stand pro Wohnung wichtig für den Verkaufswert: 5.000 bis 15.000 Euro pro Einheit sind in mittelgroßen Wohnanlagen üblich.

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