GFZ / GRZ 2026: Berechnung, Beispiele, Bedeutung beim Verkauf | DOERTER.
Immobilien-Lexikon · Bau & Planungsrecht

GFZ & GRZ, einfach erklärt.

Die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ) nach § 17 BauNVO sind die zwei wichtigsten Maßzahlen im Bebauungsplan — sie bestimmen, wie groß und wie hoch ein Gebäude auf einem Grundstück sein darf.

Erten Dörter
Gründer · 20+ Jahre Immobilien
Veröffentlicht19. Mai 2026
Aktualisiert22. Mai 2026
Lesezeit7 Min.

GFZ und GRZ 2026: Bebauungspotenzial verstehen

Was sind GRZ und GFZ?

GRZ (Grundflächenzahl) und GFZ (Geschossflächenzahl) sind die zwei zentralen Maßzahlen für die bauliche Ausnutzung eines Grundstücks. Sie werden im Bebauungsplan festgesetzt und bestimmen, wie groß und wie hoch ein Gebäude gebaut werden darf.

Rechtliche Grundlage

Geregelt in § 17 BauNVO (Baunutzungsverordnung). Die BauNVO ist Bundesrecht — die konkreten Werte werden aber im kommunalen Bebauungsplan festgesetzt.

Warum gibt es diese Kennzahlen?

Berechnung im Detail

Grundflächenzahl (GRZ)

GRZ = bebaute Fläche / Grundstücksfläche

Beispiel: Grundstück 800 m², Haus mit 240 m² Grundfläche → GRZ = 240/800 = 0,30.

Was zählt zur GRZ?

50 %-Überschreitung nach § 19 Abs. 4 BauNVO

Bei einer Festsetzung von GRZ 0,4 dürfen Nebenanlagen, Garagen und Stellplätze die GRZ um 50 % auf max. 0,6 überschreiten — wenn der B-Plan das nicht ausdrücklich ausschließt.

Geschossflächenzahl (GFZ)

GFZ = Summe Geschossflächen aller Vollgeschosse / Grundstücksfläche

Beispiel: Grundstück 800 m², 2 Vollgeschosse à 240 m² → Summe 480 m² → GFZ = 480/800 = 0,60.

Was zählt zur GFZ?

Was zählt NICHT (oder nur anteilig)?

Vollgeschoss-Definition (LBO-abhängig)

Was ein Vollgeschoss ist, regelt die Landesbauordnung (LBO). Allgemein: Geschoss mit Raumhöhe von mindestens 2,30 m über mindestens 2/3 der Grundfläche.

Höchstwerte nach BauNVO

Tabelle § 17 BauNVO

GebietsartGRZ (max.)GFZ (max.)
WS (Kleinsiedlungsgebiet)0,20,4
WR (Reines Wohngebiet)0,41,2
WA (Allgemeines Wohngebiet)0,41,2
WB (Besonderes Wohngebiet)0,61,6
MD (Dorfgebiet)0,61,2
MI (Mischgebiet)0,61,2
MK (Kerngebiet)1,03,0
GE (Gewerbegebiet)0,82,4
GI (Industriegebiet)0,82,4

Diese Werte sind Obergrenzen — der konkrete Bebauungsplan kann (und meistens muss) niedrigere Werte festsetzen.

Typische Festsetzungen im B-Plan

Überschreitung & Befreiungen

Reguläre Überschreitung GRZ § 19 Abs. 4 BauNVO

Für versiegelte Nebenanlagen (Garagen, Carports, Stellplätze, Wege, Terrassen): Überschreitung der GRZ um 50 % möglich. Bei GRZ 0,3: tatsächlich bis 0,45 versiegelbar.

Befreiung nach § 31 Abs. 2 BauGB

Außerhalb der regulären Überschreitung können Befreiungen beantragt werden. Voraussetzungen:

Antrag mit Bauantrag stellen. Bewilligungs-Quote 30-60 %. Bei Energie-relevanten Verbesserungen (z.B. dickere Dämmung mit GRZ-Überschreitung) höhere Chancen.

Typische Befreiungsgründe

Praxis-Beispiele

Beispiel 1: EFH-Gebiet

Beispiel 2: MFH-Gebiet Innenstadt

Beispiel 3: Aufstockungs-Potential prüfen

Verkäufer hat ein 2-geschossiges Haus auf einem Grundstück mit GFZ 1,2. Heute ausgenutzt: GFZ 0,7. Heißt:

Bedeutung beim Verkauf

Wertfaktor

GFZ ist eine der wichtigsten Werttreiber bei Grundstückskäufen:

Käufer-Zielgruppen

Vorbereitung für den Verkauf

Marketing-Argumente

Risiken

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Über den Autor

Erten Dörter

Gründer DOERTER. Holdings · ehem. Lizenzpartner Engel & Völkers

Erten Dörter hat in 20 Jahren über 1.000 Immobilienverkäufe begleitet — von der 2-Zimmer-ETW in Köln-Sülz bis zum Mehrfamilienhaus im Bergischen Land. Heute strukturiert er bei DOERTER. den Verkaufsprozess für private Eigentümer neu.

1.000+begleitete Verkäufe
500+ Mio €Transaktionsvolumen
20 JahreBranchenerfahrung
Häufige Fragen

Was Verkäufer oft fragen.

Die häufigsten Fragen zu „Geschossflächenzahl (GFZ) / Grundflächenzahl (GRZ)" — kompakt beantwortet.

Was sind GRZ und GFZ?

GRZ (Grundflächenzahl): zulässiges Verhältnis von Gebäude-Grundfläche zur Grundstücksfläche. GFZ (Geschossflächenzahl): zulässiges Verhältnis der Summe aller Vollgeschoss-Geschossflächen zur Grundstücksfläche. Beispiel: Grundstück 800 m², GRZ 0,4, GFZ 0,8 → max. 320 m² überbaute Fläche, max. 640 m² Geschossfläche (z.B. 2 Vollgeschosse à 320 m²). Werden im Bebauungsplan festgesetzt nach § 17 BauNVO.

Wie wird die GRZ berechnet?

GRZ = überbaubare Grundfläche / Grundstücksfläche. Beispiel: Haus mit 120 m² Grundfläche auf 600 m² Grundstück → GRZ = 120/600 = 0,20. Bei GRZ 0,30 im B-Plan dürften maximal 180 m² überbaut werden. Wichtig: Versiegelte Nebenflächen (Garage, Carport, Stellplätze, Wege) erlauben eine 50%-Überschreitung der GRZ — also max. GRZ 0,45 bei einer 0,30-Vorgabe.

Wie wird die GFZ berechnet?

GFZ = Summe aller Vollgeschoss-Flächen / Grundstücksfläche. Bei einem 2-geschossigen Haus mit je 120 m² (gleich groß): Summe 240 m². Auf 600 m² Grundstück: GFZ = 240/600 = 0,40. Bei GFZ 0,80 im B-Plan dürfte das Haus 2 Vollgeschosse à 240 m² haben (= 480 m² Geschossfläche). Nicht-Vollgeschosse (Keller, Dachgeschoss mit eingeschränkter Höhe) zählen oft nicht oder anteilig.

Welche Höchstwerte gelten nach BauNVO?

Nach § 17 BauNVO Obergrenzen: Kleinsiedlungsgebiet (WS): GRZ 0,2 / GFZ 0,4. Reines/Allgemeines Wohngebiet (WR/WA): GRZ 0,4 / GFZ 1,2. Mischgebiet (MI): GRZ 0,6 / GFZ 1,2. Kerngebiet (MK): GRZ 1,0 / GFZ 3,0. Gewerbegebiet (GE): GRZ 0,8 / GFZ 2,4. Industriegebiet (GI): GRZ 0,8 / GFZ 2,4. Im konkreten Bebauungsplan können niedrigere Werte festgesetzt sein.

Kann ich GRZ/GFZ überschreiten?

Eingeschränkt ja: (1) GRZ-Überschreitung bis 50 % für versiegelte Nebenflächen (Garage, Carport, Stellplätze, Wege) — § 19 Abs. 4 BauNVO. (2) Befreiung nach § 31 Abs. 2 BauGB: bei Härtefällen, wenn städtebaulich vertretbar und Grundzüge der Planung nicht berührt. Beispiel: + 5-10 % bei familiengerechtem Grundriss. Anträge mit Bauantrag, Erfolgsquote 30-60 %.

Wie wirkt sich die Kennzahl auf den Wert aus?

Direkt: Höhere GFZ = mehr bebaubare Fläche = höherer Grundstückswert. Beispiel: Grundstück 800 m² in München-Schwabing. GFZ 0,8 vs. GFZ 1,5 — letzteres erlaubt fast doppelt so viel Wohnfläche, Bodenwert kann doppelt so hoch sein. Käufer-Wahrnehmung: Bei Ankäufen achten Investoren stark auf GFZ und GRZ — sie sind Schlüssel der Renditemaximierung. Bei Standard-EFH-Käufern: weniger relevant, weil meist Bestandsbau gekauft wird.

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